DeepDishPizza

Fast Food

  • Published December 22, 2025

Wir kochen meistens selbst. Ein bisschen ausprobieren muss man dann aber doch. Ausführliche Foodblogs muss man also woanders suchen – hier gibt es nur einen kleinen Einblick zum Thema Fast Food in Kanada und den USA.

Ohne Bunt

Wenn beim Frühstück das Erdbeergelee die meiste Farbe hat, dann willkommen in Nordamerika. Im Hotel, in dem wir die erste Nacht in Kanada geschlafen hatten, gab es Frühstück inklusive. Man hätte es ahnen können, aber wenn man dann nur weiße Bagels, Rührei und fade Aufstriche vor sich hat, merkt man erst, wie sehr Farbe auf dem Teller fehlt.

Airport Hotel Halifax

Die erste Nacht in Kanada verbringen wir in einem Hotel in der Nähe des Flughafens. Im Preis für die Übernachtung ist Frühstück inbegriffen. Es ist genau das, was man erwartet: Bagels, Eier, Frühstückswürstchen und irgendetwas Rotes, das wohl Marmelade sein soll. Vitamine gibt es in Form von Orangen, und alles wird auf Papptellern mit Plastikbesteck serviert. Willkommen in Nordamerika. Halifax Airport Hotel

Triton Cod Festival

Wir dachten, wir könnten einen Abstecher auf eine neufundländische Kerwa machen. In Neufundland dreht sich ja alles um Kabeljau, also machen wir einen Abstecher zum Triton Cod Festival. Allerdings sind wir zu spät dran, und die letzten Besucher essen nur noch eine Kleinigkeit.

Da wir schon hier sind, wollen wir auch noch etwas essen. Ich nehme einen Burger mit Pommes, und Simon bekommt Chicken Nuggets mit Pommes und ganz viel Zeug oben drauf, unter anderem brauner Sauce. Ein neuer Liebling ist Gurkenrelish – das könnten sie auch in Deutschland einführen. Das war es dann aber auch schon mit Farbe auf dem Menü. Man muss ehrlich sein: So viel gesünder ist die Auswahl auf den deutschen Volksfesten auch nicht. Triton Cod Festival

Canadian Locals

Auch Kanada hat seine eigenen Fast-Food-Ketten. Wir haben Peters Pizza (siehe Abschnitt „Pizza“) und Mary Brown’s ausprobiert. Wir trinken zwar keinen Kaffee, aber an Tim Hortons kommen wir nicht vorbei.

Marry Browns

Hier gibt es Hühnchen in den verschiedensten Variationen. Besonders bekannt ist Mary Brown’s für Chicken Tenders, also in Teig frittiertes Hühnerfilet. Das erste Mary Brown’s wurde 1969 in St. John’s, Neufundland, eröffnet. Es ist eigentlich ein Spin-off der amerikanischen Fast-Food-Kette Golden Skillet, musste aus rechtlichen Gründen aber umbenannt werden. Pat Tarrant und Cyril Fleming entschieden sich für den Namen der Frau des Golden-Skillet-Gründers, Mary Brown Guthrie.

In Neufundland haben wir es nicht zu Mary Brown’s geschafft. Nach dem Phoenix Trail Race in London, Ontario, haben wir uns dann Tenders, Wings und Kartoffelspalten geholt und sie mit etwas Salat aufgepeppt. Schmeckt wirklich gut, die Kartoffeln sind auch lecker. Für Fast Food wirklich super. Mary Browns

Tim Hortons

Diese Kaffeekette ist wirklich überall: an der Autobahn, in der Innenstadt, als eigenständiger Laden, im Einkaufszentrum oder in Tankstellen. Angeblich gibt es hier den besten Kaffee in Kanada – das müssen wohl andere testen. Aber es gibt auch Tee. Wir haben nur einen im Pappbecher bekommen, dafür war dieser 400 ml groß.

Zum Heißgetränk kann man aus einer großen Auswahl an Süßem wählen. Die meisten Tim Hortons sind auch bei TooGoodToGo vertreten, wo man für ein paar Dollar eine Box mit übrig gebliebenen Muffins, Keksen, kleinen Kuchen oder anderen Leckereien bekommt. Man kann sich nicht aussuchen, was man bekommt, und sollte das nicht zu oft machen – außer die Gruppe ist groß genug.

Aber wer ist eigentlich Tim? Jetzt sind wir wirklich im Herzen Kanadas angekommen. Tim Horton war ein kanadischer Eishockeyspieler, der die meiste Zeit seiner Karriere für die Toronto Maple Leafs spielte. Er wurde in die Liste der 100 besten NHL-Spieler aufgenommen, die zum 100. Jahrestag der Liga erstellt wurde.

1964 eröffnete er zusammen mit Jim Charade das erste Lokal, das zunächst vor allem Hamburger verkaufte. Einige Jahre und viele Donuts, „Timbs“ und Kaffee später wurde daraus eine kanadische Erfolgsgeschichte. Eishockey verkauft sich hier eben einfach immer gut. Tim Hortons

USA: The Home of Fastfood

Ich weiß nicht, ob es eine vollständige Liste aller Fast-Food-Restaurants in den USA gibt – wenn, dann ist sie sicher sehr lang. Einige Ketten gibt es nur in bestimmten Staaten oder Regionen, andere sind einfach überall zu finden. Wir werden einige davon ausprobieren.

Waffle House

Waffle House hat 24/7 geöffnet. Wenn es doch mal schließt, dann ist es wirklich ernst. Unsere Freunde in Knoxville empfahlen uns das Waffle House, also sitzen wir an einem Samstagmorgen mit Rike und Chase dort, nachdem wir 15 Minuten auf einen Tisch gewartet haben. Das gehört wohl dazu – genauso wie der Lärmpegel. Das Lokal ist sehr klein, und die Küche verschmilzt mit dem Besucherraum. Ein Pluspunkt: richtige Teller und Besteck.

Das erste Gericht, das wir probieren, sind natürlich Waffeln. Wir entscheiden uns für welche mit Pekannüssen. Sirup gibt es so viel, wie man möchte, und sie sind wirklich gut. Das mit den Pekannüssen müssen wir unbedingt mal in Pancakes ausprobieren.

Das andere, was man dort probieren sollte, sind Hashbrowns – im Prinzip eine Art Rösti. Allerdings lassen sie alles weg, was die Kartoffeln zusammenhalten würde. Also gibt es gebratene Kartoffelstreifen, super knusprig und einfach lecker.
Waffle House

Costco

Eigentlich ist Costco ein Supermarkt mit extra großen Einheiten, vergleichbar mit Metro in Deutschland. Warum landet das also hier? Ganz einfach: Wenn man mit Einkaufen fertig ist, kommt man am Fast-Food-Bereich vorbei. Hier gibt es Hotdogs für 1,50 $ – inklusive so viel Softdrink, wie man trinken möchte. Der Preis hat sich wohl seit Jahrzehnten nicht geändert. Der Hotdog ist auch nicht winzig, davon kann man satt werden, und es gibt frische Zwiebeln und Soßen.

Wenn man dann noch Hunger hat, kann man sich ein Stück Pizza oder ein Eis gönnen. Es gibt sogar einen Salat auf der Karte – das teuerste Gericht, das man hier bekommen kann. Um bei Costco einkaufen zu können, muss man eine Mitgliedschaft haben (Thanks, Chase, for taking us). Wenn man nur von Hotdogs und Softdrinks leben wollte, wäre das wohl der beste Deal, den man kriegen kann. Costco

White Castle

Diese Fastfood-Kette ist bekannt für Mini-Burger, die Slider genannt werden. Den Gründern der Kette wird die Erfindung des Hamburgerbrötchens und der standardisierten Zubereitung zugeschrieben. Die Kette ist vor allem im Nordosten der USA vertreten, mit vereinzelten Filialen weiter südlich und westlich. Wir waren in einem der südlichsten Restaurants der Kernregion. Leider gab es dort nicht den klassischen 1921 Slider (Cheeseburger mit Tomate und Salat), sodass ich eine Alternative wählen musste. Der einzige Burger mit Gemüseabbildung war der „Crispy Chicken Deluxe“ — der war in Ordnung. Die Pommes kann man getrost weglassen. Simon hatte das aktuelle Spezial: Pulled-Pork-Slider. Den würden wir nicht noch einmal nehmen.

Der größte Downer war, dass es in diesem Geschäft nur Big Red zu trinken gab, ein Getränk, das so rot ist, dass man denkt, es leuchtet im Dunkeln, und das geschmacklich an das knallrote Bum‑Bum‑Eis erinnert. Es gibt wirklich bessere Fastfood‑Adressen; kann man auslassen.
White Castle

Pizza

Im Camper haben wir keinen Ofen. Wir haben mal den Omnia von Gabi und Klaus getestet und der Apfelstrudel war au ch gut. Aber am Ende haben wir uns nicht dazu durchringen können einen zu Kaufen. Irgendwo ist der Platz dann doch begrenzt sowohl der Stauraum als auch der Platz um z.B. mit Teig zu hantieren. Wenn wir wirklich mal was Überbackenes essen wollen dann geht es halt mal ins Restaurant.

Wir sind, was Pizza angeht, italienisch Sozialisiert. Das in Nordamerika Pizza komplett anders interpretiert wir war uns schon klar, aber was es dann gab war spannend.

Peter’s Pizza

Spätabends, nach dem Schwimmen, hatten wir in Deer Lake einfach keine Lust mehr zu kochen. Also probieren wir Pizza. Wenn schon Fast Food, dann wenigstens eine neufundländische Kette. So landen wir bei Peter’s Pizza. „Kette“ ist vielleicht etwas hoch gegriffen — es gibt acht Filialen, sechs davon auf der Avalon Peninsula. Auch wenn das Logo in den italienischen Nationalfarben gehalten ist, gibt es hier Pizza nach griechischem Familienrezept. Wahrscheinlich hätten wir besser Gyros oder Souvlaki genommen.

Wegen der Pizza kann der Laden zumindest nicht seit 1975 laufen — damit ist die Filiale in St. John’s die älteste Pizzeria der Stadt und vermutlich ganz Neufundlands. Peters Pizza

Arts of Pizza

Wenn man in Chicago ist, muss man Deep-Dish-Pizza probieren. Ob das noch unter „Pizza“ fällt, sollen andere entscheiden, aber es ist Teig, Tomatensauce, Käse und Belag. Bei Arts of Pizza gibt es eine der bekanntesten Varianten der Stadt. Der Teig wird wie bei einem Kuchen in einer Form mehrere Zentimeter hochgezogen. Die Füllung wird dann in umgekehrter Reihenfolge geschichtet: erst der Belag, dann der Käse und obenauf die Tomatensauce.

Fazit: Ungewöhnlich, aber lecker — und hungrig geht da niemand nach Hause. Ich würde es vielleicht nicht „Pizza“ nennen, aber nach vielen Kilometern Stadtbesichtigung ist ein Stück Deep-Dish genau richtig.
Arts of Pizza