Sightseeing Quebec City
- Kirsten
- September 15, 2025
- stadtlauf
Warum Laufen?
Der Vorteil, wenn man das Sightseeing laufend macht, ist, dass man in kürzerer Zeit mehr sehen kann. Man schafft einfach weitere Strecken. Der Nachteil: Am Ende sind es meistens nicht die Bilder in Laufklamotten, die es in den Wandkalender schaffen. Mehr Bilder gibt es im Reiseblog zu Quebec City.
Wie die Strecke wählen
Wie bekommt man eine vernünftige Strecke durch eine Stadt zusammen, um möglichst viele Sehenswürdigkeiten mitzunehmen und trotzdem nicht ständig mit Autos aneinanderzugeraten? Gleich vorweg: Nicht jede Stadt eignet sich dafür. Immer gut sind Flüsse mit Promenaden oder gut verbundene Parkanlagen. In Quebec gibt es beides – und dazu noch ein paar schöne Fahrrad- und Fußgängerwege.
Der Rest der Planung ist eigentlich recht einfach. Man schaut, wo die Hauptsehenswürdigkeiten und besten Fotospots liegen, und markiert sie auf der Karte. Dann legt man eine Strecke so durch diese Punkte, dass man möglichst viel durch Fußgängerzonen (ja, so etwas gibt es auch in Nordamerika) und Parks läuft. Fertig ist eine grobe Streckenvorgabe.
Der zweite Punkt, den man beachten sollte: Niemals sklavisch an dieser Strecke festhalten. Spontanes Abbiegen ist immer erlaubt, deshalb stehen am Ende auch fast immer mehr Kilometer auf der Uhr als in der Planung. Diese Läufe passen außerdem in keinen klassischen Trainingsplan. Es ist eher ein langsames Laufen mit einigen längeren und kürzeren Zwischenstopps. Wer will, kann am Ende noch ein Teilstück einbauen, auf dem man sich auspowert – ein schöner Park oder noch einmal ein knackiger Anstieg.
Unsere Stationen für die Planung waren:
- Cap-Blanc-Treppe
- Die Citadelle
- Dufferin Terrace
- Die Altstadt
- Der alte Hafen
- Die alte Stadtmauer
- Parlament von Quebec
- Plaines d’Abraham
Los geht’s!
Unterwegs
Es geht direkt neben dem Panda los. Ein doppelspuriger Fahrradweg führt zwischen der Straße und dem Hafengebiet Richtung Nordosten in die Innenstadt. Nicht der schickeste Einstieg, aber gut zum Reinkommen.
Am Quai du Cap-Blanc hat man einen tollen Ausblick auf den Fluss. Gleich gegenüber, auf der anderen Straßenseite und etwas zurückgesetzt, liegt der Einstieg zu den Escaliers du Cap-Blanc.
Als ich von dieser längsten und einer der ältesten Treppen Quebecs gelesen habe, musste ich sie einfach einbauen (398 Stufen). Mittlerweile üben Treppen aauf Laufstrecken eine gewisse Faszination auf uns aus. Außerdem lag sie auch noch perfekt auf dem Weg.
Wir sind nicht die Einzigen, die diesen Weg wählen. Das Hoch- und Runterlaufen der Treppen scheint ein beliebtes Workout zu sein.

Oben angekommen hat man einen tollen Blick auf die Plaines d’Abraham zu unserer Linken – über die wollen wir später wieder zurücklaufen.
Jetzt geht es erst einmal nach rechts in Richtung der Zitadelle. Die Sternform der Festung kann man nur erahnen, wenn man direkt davor steht.
Der beste Weg von hier zur Dufferin Terrace ist die Promenade des Gouverneurs. Der Weg führt unterhalb der Citadelle durch schattenspendende Bäume und endet vor einer Treppe, die nicht nur einen tollen Blick über den Hafen bietet, sondern einen auch hinunter auf eine wunderschöne Promenade bringt.

Hier könnte man problemlos einen ganzen Nachmittag damit verbringen, den Touristen beim Flanieren und den Schiffen auf dem Fluss zuzuschauen.
Wir laufen direkt auf das Château Frontenac zu – eines der markantesten Gebäude von Quebec. Man fühlt sich stark an Europa erinnert. Tatsächlich wurde es erst 1892 gebaut und ist damit noch keine 150 Jahre alt. Irgendwie denke ich immer, dass so etwas deutlich älter sein müsste, vielleicht weil es bei uns die Originale gibt und nicht die Nachbauten im Stil des Historismus.

Mit einigen Schlenkern laufen wir von hier in die Altstadt und ins alte Hafenviertel. All die Höhenmeter, die wir über die Treppe hinaufgelaufen sind, gehen nun schon wieder bergab bis auf Flussniveau.
Wer die steilen Straßen vermeiden will, kann den Funiculaire du Vieux-Québec nehmen – einen Aufzug, der die Dufferin Terrace mit dem alten Hafen verbindet.

An einem Punkt im alten Hafen stehen wir etwas orientierungslos an einer Kreuzung. Ein älterer Herr, der offenbar auf seine Mitfahrgelegenheit wartet, fragt, ob er uns helfen kann.
Er empfiehlt uns, für den besten Blick einmal um den Yachthafen zu laufen. Das war ein super Tipp. Dieser Loop war nicht in unserer Planung, gibt uns aber einen tollen Blick auf die Altstadt.

Von hier geht es durch die Altstadt zurück Richtung Zitadelle. Am Rathaus vorbei, durch den Esplanade Park und zum Parlament von Quebec. Entlang der Stadtmauer gibt es keinen Autoverkehr, und wir kommen wieder zur Zitadelle. Diesmal stehen wir vor dem Haupteingang und machen einen kleinen Abstecher in den ersten Verteidigungsring. Wer weiter in die Festung vordringen will, muss an ihren Bewachern vorbei – dem Personal am Ticketschalter.
Die letzten vier Kilometer führen über die Plaines d’Abraham. Ein großzügiger Park, der sich von der Zitadelle nach Westen erstreckt. Am Ende des Parks gibt es einen Fuß- und Fahrradweg zurück auf Flussniveau. Dieser Weg endet direkt an der Kreuzung, an der der Parkplatz liegt, auf dem der Panda steht. Damit ist der Park auch eine Verbindung vom Fahrradweg am Fluss zur Innenstadt von Quebec.
Zusammenfassung
Am Ende waren es 14,75 km mit 300 hm in etwas über zwei Stunden. Das wäre auch eine schöne Strecke als Stadtspaziergang. Wer sich die Treppen ersparen will, nimmt einfach den Weg über die Plaines d’Abraham, den wir hinuntergelaufen sind. Oder man folgt dem Fahrradweg vom Anfang einfach weiter, bis man im alten Hafen landet.
In der Innenstadt gibt es viele Möglichkeiten einzukehren oder sein Picknick auf einer Bank im Park oder an der Promenade zu genießen. Man kann Quebec City wirklich sehr gut zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit einer Mischung aus beidem erkunden.