Joshua Tree

Joshua Tree

Brötchen, die knuspern

Auch wenn wir mittlerweile oft Porridge zum Frühstück essen, ist es doch meistens Brot. In den USA und Kanada erinnerte es dann leider meistens an Toastbrot. Ausgefallenere Bäckereien verkaufen Sourdough Bread. Das erinnert eher an ein gutes luftiges Ciabatta als an das, was wir als Sauerteigbrot kennen.

Als wir herausfinden, dass es auf dem Weg nach Joshua Tree in Tehachapi einen deutschen Bäcker gibt, war klar, dass wir da vorbei müssen. Der Inhaber stammt aus dem Ruhrgebiet und hat noch in Deutschland sein Handwerk gelernt. Die geografische Lage ist wichtig, da so kein Kümmel im Brot landet.

Wir fahren also ohne Frühstück nach Tehachapi. Direkt neben dem alten Bahnhof auf der Hauptstraße liegt die Bäckerei Kohnen. Die ist an einem Samstag morgen gut gefüllt. Wir kaufen ein Graubrot, ein Vollkornbrot und zwei Brötchen. Die Verkaufsschlager scheinen aber Kuchen, Kekse und Gebäck zu sein.

Zum Frühstück gibt es jetzt also endlich wieder knusprige Brötchen. Es ist verrückt, wie toll solche Kleinigkeiten sein können. Die nächsten Tage freuen wir uns dann jeden Morgen auf Brot, das wirklich lecker ist, Substanz hat und nicht nur aus Luft besteht und vor allem satt macht.

Mal schauen, wie wir uns in Zentralamerika mit dem Frühstück weiter machen. Vielleicht steigen wir einfach komplett auf Obst und Gemüse um.

Brötchen

Rainbow Basin

Von Tehachapi aus fahren wir ins Rainbow Basin. Das Gebiet liegt nördlich von Barstow, Kalifornien. Es gibt einen kleinen Campingplatz ohne Strom oder Wasser, dafür zahlt man aber auch nur 6$ pro Nacht. Für uns ist das perfekt, wir machen zwei Laufrunden, eine am Abend, als wir ankommen, und eine andere am Mittag des nächsten Tags. Laufen ist ideal, um die tollen Farben im Rainbow Basin zu betrachten. Fahrzeuge dürfen auf der unbefestigten Straße fahren, sollten das aber nur mit Allradantrieb und viel Platz unter dem Auto tun.

Rainbow

Joshua Tree

Ein letzter National Park in den USA, bevor es für uns nach Mexiko geht. Wir fahren über den West-Eingang bei Joshua Tree in den Park. Namensgebend sind die Joshua Trees oder Joshua-Palmlilien auf Deutsch. Diese Bäume wachsen nur in wenigen Wüstengebieten in Kalifornien, Arizona und Utah. Sie erinnern etwas an zu groß geratene Yucca-Palmen, mit denen sie tatsächlich verwandt sind, ihr lateinischer Name ist Yucca brevifolia. Wenn man einen Horrorfilm drehen will, eignen sich diese bis zu 12 Meter hohen Bäume mit ihren Armen, die von stacheligen Palmblättern gekrönt werden, sehr gut als Statisten.

Wir werden auf dem Jumbo Rocks Campingplatz übernachten. Ursprünglich wollten wir auf einem der etwas günstigeren Plätze mit First Come First Serve übernachten, aber dafür muss man erst zum Platz fahren und dann wieder raus aus dem Park zum nächsten Visitor Center. Der Jumbo Rocks Campingplatz liegt mitten im Park und wir konnten online noch einen Platz buchen. So erkunden wir am ersten Tag den Westen des Nationalparks.
Vom Barker Dam Parkplatz machen wir zunächst zwei kleine Wanderungen. Der Wall Street Mill Trail führt vorbei an einem Gedenkstein für einen Mann, der hier 1943 in einem Duell erschossen wurde. Der Stein wurde von dem Mann aufgestellt, der als Sieger aus diesem Duell hervorging und dann einige Jahre im Gefängnis saß. Der Wilde-Westen war länger wild als gedacht. Das Ziel dieser Tour ist eine alte Mine von der noch eine große Maschine und viele verosstete Autos übrig sind. Die zweite Tour auf dem Baker Dam Trail geht durch tolle Gesteinsformationen und Joshua Trees bis zu einem ehemaligen Dam. Hier haben die Siedler versucht, genug Wasser zu sammeln, um ihre Kühe über den Sommer zu bringen. Die Wüste hat hier gesiegt und außer einem winzigen grünem Tümpel ist nicht viel geblieben. Den Tieren in der Gegend dient es aber als willkommene Wasserstelle.

Vor dem Mittagessen fahren wir noch weiter zum Parkplatz vom Hidden Valley und streifen durch das Tal. Alle diese Spaziergänge sind nicht lang und lassen sich gut in ein paar Stunden bewältigen. Mit dem Wetter haben wir Glück, es ist nicht zu warm und der Wind macht auch das Wandern in der Sonne erträglich. Die Szenerie von Joshua Trees, Sandsteintürmen und Kakteen wird dadurch aufgelockert, dass man überall noch Blüten findet. An den Bäumen in Weiß und an den Büschen und Kakteen vor allem in Pink und Gelb. Die Wüste kann auch ziemlich bunt sein.

Blumen

Am Nachmittag setzen wir noch den Lost Horse Mine Trail oben drauf. Mit 9,8 Kilometern ist das der längste heute. Über eine unbefestigte Straße, die uns ziemlich durchschüttelt, kommen wir zum Parkplatz. Entsprechend wenig ist hier auf dem Trail los. Eine schöne Alternative nach den ziemlich überlaufenen Pfaden am Vormittag. In Summe waren es dann doch ein paar Kilometer, insgesamt 17 an diesem Tag. So sind wir froh, als wir am Campingplatz ankommen. Um 20 Uhr gibt es noch einen Ranger Talk. Der Himmel ist sternenklar und es ist ziemlich kalt geworden, und der Vortrag ist draußen. So packen wir uns warm ein und gehen zum Amphitheater. Trotz der Temperaturen sind bestimmt 15 Leute gekommen.

Wir hören einem ziemlich jungem Ranger bei seinem Vortrag über den Park und was die Entwicklung des Autos und der Straßen für einen Einfluss auf den Park hatte. Long Story Short: Das Auto hat zu viele Menschen in das Gebiet gebracht, so dass es schließlich unter Schutz gestellt werden musste. Die Joshua Trees wurden erhalten, Devil’s Garden, eine große Fläche mit einer Vielzahl von Kakteen, hat es nicht in den Nationalpark geschafft und ist heute verloren.

Jeder der Ranger-Talks und Walks, an denen wir teilgenommen haben, war thematisch komplett verschieden, aber eines hatten sie alle gemeinsam. Wir durften Menschen zuhören, die einen Job machen, von dem sie total überzeugt sind, die über Themen gesprochen haben, die sie wirklich interessieren, und die davon überzeugt sind, dass die National Parks faszinierend und schützenswert sind. Wenn ihr die Möglichkeit habt, an so einem geführten Spaziergang oder einem Vortrag teilzunehmen, dann geht hin. Es lohnt sich immer: für die Informationen über den Park, die Fun Facts, die auf keiner Tafel stehen, und um Fragen zu stellen, die einem so einfallen.
Was passiert wenn ein Blitz in einen Kaktus einschlägt? oder Was hat es mit den Banana Slugs auf sich?

Der nächste Tag wird steinig. Von unserem Campingplatz aus können wir am Vormittag eine Tour vom Skull Rock zum Face Rock und dann noch die Schleife hoch zum Split Rock laufen. Man kann unterwegs aber allerlei in den Sandsteinformationen sehen. Elefanten, Schildkröten, Drachen, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wir setzen unsere Fahrt in Richtung des Süd-Ausgangs fort und stoppen beim Twin Tanks Parkplatz, um noch beim Heat Rock und Arch Rock vorbeizuschauen.

Joshua

Weiter in Richtung Süden überqueren wir die Grenze zwischen der Mojave-Wüste und der Colorado-Wüste. Die Joshua Trees verschwinden und die Kakteen übernehmen die Landschaft. Kurz vor dem Ausgang aus dem Nationalpark in der Nähe des Cottonwood Visitor Centers und Campingplatzes liegt die Cottonwood Spring direkt am gleichnamigen Parkplatz. Die Palmen zeigen, dass es hier unterirdisch Wasser geben muss. Von hier aus kann man zur Lost Palms Oasis wandern. Wir machen eine Siesta auf dem Parkplatz und starten am späten Nachmittag einen 13,5 km langen Lauf zur Oase und zurück. Nach Sonnenuntergang verlassen wir den Park, um knapp außerhalb auf BLM-Land zu übernachten.

Oasis