Ontario

San Francisco

Wir waren über eine Woche in San Francisco. Wir mussten auf ein Paket mit Ersatzteilen fürs Auto warten und haben dann in Sunnyvale die Vorderradbremsen getauscht. Deshalb hatten wir ein bisschen mehr Zeit, die Stadt zu erkunden.

Bike City

Es gibt hier richtige Fahrradwege, ein Traum. Hier wird das Fahrrad nicht nur als Sportgerät benutzt, sondern tatsächlich auch für die tägliche Fortbewegung. In der ganzen Stadt sind Stationen mit Leihfahrrädern verteilt und auch Touristen werden in Fahrradtouren durch die Stadt geführt. Die Hauptfahrradwege führen an der Küste entlang, was auf die Topographie der Stadt zurückgeht. Wenn man in die falsche Straße einbiegt, steht man plötzlich vor einem Anstieg der hors catégorie, zumindest für Hobbyradler. Auch über die Golden Gate Bridge kommt man mit dem Fahrrad. Der Weg auf der Westseite der Brücke ist sogar komplett für Fahrräder reserviert. Auf der anderen Seite muss man dann wieder bergfest sein, denn dort geht es noch einmal richtig bergauf. Wer es einrichten kann, sollte unter der Woche fahren, da ist deutlich weniger los.

Wir belassen es beim Sightseeing mit dem Fahrrad. Vor den Straßenbahnschienen sollte man sich beim Fahren in Acht nehmen. Die Robotertaxis stellen keine Gefahr dar, ich habe noch nie ein so vorsichtig fahrendes Auto gesehen.

Bike

Unser erster Stopp, eher durch Zufall, ist der Coit Tower. Wir waren im North Beach Pool schwimmen, wollten irgendwo Mittag essen und hatten einen Park gesucht. An dieser Stelle haben wir auch gleich Bekanntschaft mit den Anstiegen in San Francisco gemacht. Der Turm steht auf Telegraph Hill und überblickt die Bay. Der Turm wurde 1933 aus Mitteln des Nachlasses von Lillie Hitchcock Coit erbaut. Die Wände im Erdgeschoss wurden 1934 von einer Gruppe Künstler gestaltet und können kostenlos besichtigt werden. Wer auf den Turm möchte, muss sich ein Ticket für den Fahrstuhl kaufen.

Wo es raufgeht, muss es ja auch irgendwo wieder runtergehen. Den steilsten Abstieg findet man in der Lombard Street. Diese Einbahnstraße schlängelt sich in Serpentinen den 18 % steilen Berg hinunter. Ohne die Serpentinen wären es 27% Gefälle. Gefühlt noch steiler sind die nächsten Blöcke, weil es dort keine Serpentinen mehr gibt. Die Bremsen sollten hier gut funktionieren.

Gemütlicher geht es an der Promenade voran. Hier gibt es eine eigene Fahrradspur und man kann halbwegs entspannt, es ist immer noch eine Großstadt, entlangfahren. Es gibt etliche Piers, Museen und Touristenfallen auf dem Weg, und man kann je nach Lust und Laune stoppen. Eine dieser Fallen ist der Pier 39, an dem auch das Aquarium liegt. Es ist einer der klassischen Vergnügungspiers mit vielen Geschäften, Restaurants und dem obligatorischen Bubba Gump Shrimp Co. Die eigentliche Attraktion sind hier aber die Seelöwen, die im Yachthafen auf schwimmenden Pontons leben.

Die Boote nach Alcatraz legen vom Pier 33 ab. National Park Services nehmen keinen Eintritt für das Gelände, allerdings muss man ein Ticket für die Fähre kaufen, das knapp 50 $ kostet. Wir belassen es bei einem Blick aus der Ferne.

City

China Town

Das China Town in San Francisco ist das größte außerhalb von Asien und das älteste in Nordamerika und besteht seit den 1850er Jahren. Ein absolutes Muss bei einem Besuch in San Francisco. Schon unter der Woche macht es Spaß, hier abzutauchen und überall kleine Highlights zu entdecken. Mit etwas Glück, oder guter Planung, erwischt man auch ein Fest oder einen Abend mit Night Market.

Wir sind passend zum Fest des chinesischen Neujahrs in San Francisco. Chinesisches Neujahr fällt auf einen Vollmond zwischen dem 21. Januar und dem 21. Februar. Das war eigentlich schon der 17. Februar 2026, die große Party steigt hier aber erst jetzt, am 7. und 8. März.

Wir schlendern einen Tag vorher ganz entspannt durch China Town und machen einen Schaufensterbummel. Für eine ruhige Pause bietet sich der St. Mary’s Square an. Etwas versteckt zwischen den Häusern, Grant Ecke California, kann man hier kurz Pause machen und etwas runterkommen. Es gibt auch genug Restaurants drum herum, um sich ein chinesisches Mittagessen zu holen.

Einen Tag später kommen wir am Abend zurück, um die große Parade zu sehen. Die Straßen sind rappelvoll. Den Markt haben wir verpasst, aber vermutlich wäre da ohnehin kein Durchkommen gewesen. Es erinnert ein bisschen an Karneval, nur leider schmeißt niemand mit Kamelle. Am Anfang gibt es ein paar Ehrengäste in Cabrios sowie Polizei und Feuerwehr. Dann folgt eine bunte Mischung aus verschiedensten Gruppen: Schulen, Kulturvereine, die Pfadfinder, Marching Bands, Kampfsportgruppen oder auch die lokale Müllabfuhr. Dazu kommen noch einige Unternehmen: eine Supermarktkette, ein Kasino, Autohändler und Banken.

Die meisten Gruppen laufen zu Fuß, einige fahren in gemieteten Touribussen, die wie die klassischen Straßenbahnen aussehen. Es gibt aber auch Wagen, die von großen Pick-ups gezogen werden, und sogar einen leuchtenden Disco-Kalmar. Es ist das Jahr des Feuer-Pferds, und das spiegelt sich auch in der Wahl der Kostüme und der Aufbauten wider.

Beim Publikum am beliebtesten sind aber mit Abstand die Drachen. Drachenstreicheln bringt wohl auch Glück. Die kleinen werden von zwei Personen bespielt, sind sehr flauschig und die, die man streicheln kann. Die großen Drachen werden von ein bis drei Dutzend Leuten bewegt und schlängeln sich über die Straße. Es gibt sie in allen Farben, einer ist komplett beleuchtet und ein anderer kann sogar Feuer spucken.

Apropos Feuer, was darf beim Neujahrsfest nicht fehlen? Feuerwerk. Die Kreuzungen oberhalb der Parade werden zur Feuerwerkszone. Allerdings etwas anarchistisch, den Sicherheitsabstand muss jeder selbst herstellen. Es wird vor allem laut, aber auch die ein oder andere Rakete wird in die Straßenschluchten geschossen. Ein ziemliches Spektakel und ein tolles Erlebnis.

China

Beach City

Der Crissy Field East Beach liegt zwischen der Golden Gate Bridge und dem Stadtzentrum. Es gibt einen großen kostenlosen Parkplatz, auf dem man bis 23 Uhr stehen darf. Mit dem eigenen oder einem Leihfahrrad kann man von hier aus ganz bequem in die Stadt fahren. Wenn man immer am Wasser entlang fährt, muss man nur über einen kleinen Anstieg und kommt mitten im Zentrum an. Die restlichen Anstiege kann man dann zu Fuß oder mit der legendären Straßenbahn bewältigen.

Man kann aber auch einen Spaziergang in Richtung Golden Gate Bridge machen und sich am Pazifik den Sonnenuntergang anschauen. Wenn man einen Ruhetag einlegen möchte, kann man auch einfach am Strand bleiben. Entweder man springt selbst ins Wasser oder schaut den Seglern, Surfern und Schiffen zu. Von hier aus kann man auch zur Wellenorgel oder ins Presidio spazieren.

Beach

Runners Paradise

Dazu gibt es einen eigenen Artikel. Die Kurzversion, wir waren dreimal in San Francisco laufen und mussten uns dafür nicht einmal in den Stadtverkehr stürzen. Einmal ging es über die Golden Gate Bridge, das zweite Mal sind wir das Presidio kreuz und quer gelaufen und beim dritten Mal spontan einmal komplett durch den Golden Gate Park. Mit dem ParkRun in Sunnyvale sind es sogar vier Läufe.

Es gibt richtig tolle Strecken, die teilweise fast schon trailig sind, Treppen inklusive. Wer möchte, findet aber auch Strecken am Wasser entlang, die fast komplett flach sind. Also, Laufsachen einpacken für den Trip nach San Francisco.

Laufen

Wandern

Man kann rund um San Francisco erstaunlich gut wandern. Viele Laufrouten lassen sich problemlos auch zu Fuß gehen. Wir waren außerdem zweimal unterwegs, einmal in den San Bruno Mountains südlich von San Francisco zwischen Daly City und Brisbane. Nicht die beeindruckendsten Aussichtspunkte und Wege, dafür ist auch nicht so viel los. Je nach Route kann es recht steil rauf und runter gehen. Für uns war es ein guter Einstieg, um von oben überhaupt zu begreifen, wie dicht besiedelt diese Region ist.

Das nächste Mal waren wir nördlich von San Francisco wandern. Auch dieser Teil gehört noch zur Golden Gate National Recreation Area. Egal, welche Route man wählt, Höhenmeter sind immer dabei. Aber es lohnt sich, tolle Aussichtspunkte und schöne Natur. Bei angenehmen Temperaturen und etwas Wind kann man die Sonne genießen.

Wir sind am Gerbode Valley Trailhead gestartet und eine 12,8 Kilometer lange Schleife mit 486 Höhenmetern gewandert. Den Rest des Tages haben wir am Rodeo Beach verbracht. Das Toilettenhaus wird gerade renoviert, es gibt Dixies als Übergangslösung, und vielleicht sind als Nächstes die Außenduschen dran. Der Parkplatz am Strand kann auch als Ausgangspunkt für Wanderungen genutzt werden. Wenn das Wetter mitspielt und man dem Küstenpfad ein Stück folgt, kann man auch einen tollen Sonnenuntergang sehen.

Wandern