Baja Sur

Chiapas 2

Ocasingo

Eigentlich wollten wir hier nur einen Zwischenstopp auf dem Weg von San Cristóbal nach Palenque machen. Eine Pause von den Topes, die es auf dieser Strecke in höherer Anzahl gibt als sonst irgendwo auf der bisherigen Strecke. Pepe und Elki bieten vor allem Radfahrern einen Platz zum Übernachten, aber auch Camper sind willkommen, vor ihrem Haus zu parken. Wir sollten unbedingt die Ruinen von Toniná besuchen, hat Pepe gesagt. Dieser Maya-Tempel soll besonders hoch sein und ist nur 13 Kilometer von Ocasingo entfernt. So entscheiden wir uns dazu, mit den Fahrrädern am nächsten Tag einen Ausflug zu machen und dann noch eine Nacht zu bleiben. Allerdings kommen wir nicht bis zum Tempel. Simon übersieht einen besonders fiesen Tope und macht einen Abflug. Wir kehren um und verbringen noch zwei Tage bei Elki und Pepe. So habe ich die Chance, Elki am nächsten Morgen auf ihrer Walking-Runde zu begleiten. Das frühe Aufstehen lohnt sich, und wir haben einen tollen Blick über die Stadt, als die Sonne aufgeht.

Als wir nach ein paar Tagen weiterfahren, bekommen wir noch einige Cocosnüsse mit auf den Weg und fahren mit dem Auto zur Ruine Toniná. Im Zuge dessen, dass die Regierung wieder mehr Kontrolle über die Region hat, ist auch diese Ausgrabungsstätte wieder unter staatlicher Kontrolle, bewacht von der Guardia Nacional. Das Museum ist an einem Dienstagmorgen geschlossen, genauso wie wohl die Kasse. Wir müssen uns nur in ein Buch eintragen und können dann aufs Gelände. Über einen Weg gelangt man zunächst zu einem tiefer gelegenen, gut erhaltenen und restaurierten Ballspielplatz. Auf der anderen Seite erhebt sich dann die Pyramide. Sie steht nicht frei, sondern liegt am Hang und wirkt extrem breit und hoch. Mit dem vielen Grün und dem Hügel im Hintergrund ist es ein imposanter Anblick. Wir erkunden das Labyrinth und steigen bis ganz nach oben hinauf. Der Blick über die grünen Hügel und den darüber ziehenden Regen ist unfassbar schön.

Auf dem Abstieg gibt es noch ein nettes Foto mit der Polizei, und dann geht es für uns weiter über die Topes nach Aqua Azul.

Wenn man als westlicher Tourist in den etwas abgelegenen Gegenden von Mexiko unterwegs ist, kann es oft passieren, dass uniformierte Personen an Touristenspots einen ansprechen und ein bisschen den Touristenführer geben. Ein Kollege macht dann meistens Fotos währenddessen. Diese Fotos scheinen eine Art Arbeitsnachweis zu sein, und westliche Touristen geben vielleicht Zusatzpunkte.

Ocasingo

Aqua Azul

Bis zum Regierungswechsel musste man auf der 199 noch befürchten, dass es Straßensperrungen gibt und man dort um einen Obolus gebeten wird. Das einzige Mal, dass wir aufgehalten wurden, war, als wir nach Aqua Azul abbiegen. Die Kinder, die da die Straße mit einem Seil absperren wollen uns alles Mögliche verkaufen. Wir sind vorbereitet und kommen durch indem wir eine Packung Kekse durchs Fenster reichen.

Die Wasserfälle von Aqua Azul sind eine beliebte Touristenattraktion. Der Fluss spaltet sich hier in mehrere kleinere Ströme auf und fließt in mehreren Stufen den Hang hinab. Das mineralhaltige Wasser führt zum einen dazu, dass sich natürliche Becken bilden und die Überläufe versteinert wirken. Zum anderen wird das Wasser dadurch unglaublich blau.

Man muss an zwei Stellen Eintritt zahlen einmal fürs Dorf und einmal für die Wasserfälle (insgesamt 60 MXN pro person), dafür stört es dann aber auch niemanden, dass wir die Nacht über auf dem Parkplatz stehen. Es führt ein Weg den Fluss aufwärts, je näher man am Parkplatz ist, desto höher ist die Dichte an Restaurants und Souvenirständen. Die meisten Touristen scheinen nicht weit nach oben zu spazieren. Am Abend sind die meisten schon wieder weg, und die Souvenirläden räumen schon auf. Je weiter man den Fluss aufwärts kommt, desto ruhiger wird es. Am nächsten Morgen packen wir ein Picknick zusammen und frühstücken an einer der oberen Badestellen. Hier endet der gepflasterte Weg, und die Souvenirstände hören auf. Ich springe mal ins Wasser, und muss ihn nur mit zwei Touristinnen teilen. Als wir von unserem Spaziergang zum Anfang der Flussverzweigung zurückkommen, ist der natürliche Pool schon fast überfüllt. Wenn man hier die Möglichkeit hat zu übernachten ist es am Abend und am Morgen wirklich schön. Ab 10 Uhr muss man sich auf viele andere Touristen einstellen.

Azul

Eigentlich würde jetzt ein Stop in Palenque kommen, um die dortigen Zona Arqueológica zu besuchen. Wir überspringen diese Station, da wir uns noch Tikal in Guatemala anschauen wollen.

Catazaja

Wir sind wieder auf Meereshöhe angelangt. Zum Glück weht am Ufer der Laguna de Catazaja in Catazaja Wind und kühlt die Luft runter. Von der anderen Seite des Sees hören wir Brüllaffen. Von den Seekühen und den Krokodilen sehen wir aber nichts. Irgendwie müssen wir noch die Kokosnüsse knacken, um ans Fruchtfleisch zu kommen. Ein Stein und ein Hammer aus dem Werkzeugkasten dienen als Nussknacker. Am nächsten Tag gehen wir noch einkaufen und holen uns frischen Fisch. Die Aufzuchtstation für die Seekühe hat leider nicht geöffnet. Da müssen wir die Karotten wohl selber essen.

Catazaja