Pueblos Mancomunados
Die Pueblos Mancomunados sind ein Zusammenschluss von mehreren Dörfern, die sich auf Öko- und Wandertourismus spezialisiert haben. Das Gebiet gehört den Zapotec und liegt auf 2000–3300 Metern über dem Meeresspiegel. Zwischen den Orten gibt es Wanderwege, die durch teilweise sehr steiles Gelände führen. In den Dörfern gibt es Unterkünfte, einfache Restaurants und kleine Läden. Wer möchte, kann auch Handwerkskurse oder Pilzwanderungen buchen. Es gibt zwei Ausgangspunkte, von denen man starten kann. Entweder fährt man nach Amatlán, das von Norden aus Oaxaca angefahren wird, oder man startet in Cuajimoloyas, das weiter im Süden und deutlich höher liegt.
Anfahrt
Unser erster Versuch, nach Cuajimoloyas zu kommen, war mit dem Panda. Von Tlacolula aus führt eine geteerte Straße über Villa Díaz Ordaz hinauf in die Berge. Der Höhenunterschied von ~1800 Metern verteilt sich größtenteils gleichmäßig auf ungefähr 20 Kilometer. Das sind viele Kilometer mit fast 10 % Steigung, und es geht hinauf auf 3300 Meter über dem Meeresspiegel. Wir entscheiden uns dafür, den Panda da nicht hochzuscheuchen.
Wir finden in Tlacolula einen bewachten Parkplatz, auf dem wir pro Tag 100 MXN bezahlen. Die Besitzerin weist uns sogar einen Parkplatz zu, der vom Eingang, an dem sie sitzt, und von ihrem Privathaus aus einsehbar ist. Für uns geht es mit dem Collectivo weiter. Vom Busbahnhof an der Avenida Juárez gegenüber der Pemex an der Landstraße fahren in nicht näher definierten Abständen Pickups mit überdachten Sitzbänken auf der Ladefläche hinauf nach Cuajimoloyas. An einem Sonntagnachmittag warten wir circa 1,5 Stunden am Busterminal, dafür kommen dann hintereinander gleich drei Pickups. Der erste hat wohl ein mechanisches Problem und der Fahrer macht erst mal die Motorhaube auf. In den zweiten können wir zusammen mit zehn anderen Leuten einsteigen. Die übrigen Leute nehmen das nächste Auto. Nach circa einer Stunde steigen wir kurz vor der Touristeninformation in Cuajimoloyas wieder aus. Auf dem Rückweg werden wir nur 45 Minuten auf das Collectivo warten müssen.
Pro Fahrt und Person zahlen wir 50 MXN. Insgesamt also 200 MXN für Hin- und Rückfahrt für zwei Personen und dann noch 400 MXN Parkgebühren für den Panda.
Cuajimoloyas
Die erste Nacht bleiben wir in Cuajimoloyas und müssen noch entscheiden, welche Route wir gehen wollen. Die Touristeninformation ist dabei recht uninformativ. Von dem Gebiet gibt es keine vernünftige Karte, sondern eher eine grobe Zeichnung mit bunten Linien. Die Mitarbeiter lassen sie uns zumindest abfotografieren und geben ungefähre Angaben dazu, wie lange man zu Fuß braucht. Ob das eine Masche ist, um mehr Guides zu verkaufen, weiß ich nicht. Angeblich gibt es eine Beschilderung, aber angeblich kann man sich immer noch verlaufen. Im Abgleich mit unseren Offline-Karten auf dem Handy kommen wir zu dem Schluss, dass wir auch ohne Guide den Weg finden sollten. Wir entscheiden uns für einen Rundkurs in drei Etappen: von Cuajimoloyas nach Amatlán, weiter nach Latuvi und zurück nach Cuajimoloyas. Dank unserer Offline-Karten haben wir nun auch eine Vorstellung von den Kilometern und Höhenmetern, die auf dem Programm stehen. Bevor es dunkel wird, steigen wir noch auf den Hausberg des Dorfes, von dem auch die Zipline hinunter ins Dorf startet. Zum Abendessen gehen wir in eines der Comedores.
Cuajimoloyas - Amatlán
Am nächsten Morgen um 8 Uhr geben wir den Schlüssel ab und unterschreiben, dass wir ohne Guide losziehen. Den Wegzoll entrichten wir ebenfalls. Dann geht es los nach Amatlán. Am Eingang zu den Wanderwegen wird noch einmal überprüft, ob wir auch bezahlt haben, und dann geht es rein in den Wald. Wir folgen zunächst der Beschilderung in Richtung Llano Grande und biegen kurz vorher dann auf die Schotterstraße nach Amatlán ab. Die Beschilderung ist meistens vorhanden, aber man muss gut aufpassen, sie nicht zu übersehen. Die Straße führt den ganzen Weg nach Amatlán und der Wanderweg geht immer mal wieder abseits davon auf Trampelpfaden durch den Wald. Die sind deutlich schöner, und außer den Vögeln und Tieren hört man nur die eigenen Schritte. Man könnte im Prinzip auch immer der Straße folgen, wenn man sich nicht sicher ist. Aber mit einer Offline-Karte und der Zeichnung von der Touristeninformation kommen wir ganz gut zurecht. Dies ist die längste Etappe unserer Tour. Auf den 26 Kilometern geht es 1750 Meter bergab und zugleich 600 Meter bergauf. Ich rate davon ab, diese Strecke in umgekehrter Richtung zu gehen. Nach sieben Stunden kommen wir in Amatlán an und entspannen in unserer großzügigen Cabaña. Die Nacht ist deutlich wärmer als in Cuajimoloyas, wir sind auch 1300 Meter weiter unten.
Amatlán - Latuvi
Das ist der schönste Abschnitt unserer Wanderung. Da für den frühen Nachmittag Regen angesagt ist, starten wir bereits um sieben Uhr. Zunächst geht es wieder rauf nach Lachatao und ein Stück die Straße in Richtung Oaxaca entlang. Von hier führt ein gut ausgeschilderter Pfad runter ins Tal zum Fluss. Wir folgen dem einzigen Pfad am Fluss entlang, immer ein bisschen bergauf. Die Bäume sind mit Moosen und Flechten behangen, und rechts und links ragen die Felswände teils steil nach oben. Je weiter wir flussaufwärts laufen, desto breiter wird das Tal. Nach einiger Zeit tauchen Maisfelder und Kühe am Wegesrand auf. Irgendwann donnert es über uns und ein tausendfaches Echo hallt durch das Tal. Das ist nicht das aufziehende Gewitter, sondern Böllerschüsse, die auf dem Bergrücken abgefeuert werden. Ich sage noch zum Spaß, dass in Latuvi bestimmt Dorffest ist und die deshalb böllern. Tatsächlich begleiten uns die Böllerschüsse und das beeindruckende Echo für den Rest des Weges. Aus dem Tal heraus hat man zwei Optionen, nach Latuvi aufzusteigen. Einen sehr steilen, aber drei Kilometer kürzeren Anstieg die Talflanke rauf oder die längere Straße mit wenig Verkehr und vielen Serpentinen. Wir entscheiden uns für den längeren Weg und stehen an dessen Ende vor der Touristeninformation in Latuvi und mitten im Dorffest. Davon hat uns in Amatlán und Cuajimoloyas niemand etwas gesagt. Diese Strecke war 18 Kilometer lang und wir sind 1000 Höhenmeter aufgestiegen.
Die Mitarbeiter sind ein bisschen beeindruckt, dass wir so früh schon aus Amatlán hier sind, und kurz ratlos, ob sie noch eine Unterkunft für uns auftreiben können. Wegen des Festes sind alle ihre Cabañas voll belegt. Zum Glück gibt es noch private Unterkünfte, und nach einer Stunde Wartezeit, die wir mit Tejate überbrücken, holt uns eine nette Dame ab und bringt uns in ihr Gästehaus. Der große Raum ist mit Holzbrettern und Lacken in mehrere Zimmer unterteilt, und wir sind die einzigen Gäste. Gerade noch rechtzeitig, bevor das Gewitter beginnt, sind wir so in unserer Unterkunft angekommen. Kurze Zeit später stehen vollkommen durchnässt die Verwandten unserer Gastgeberin vor der Tür. So sind wir doch nicht allein heute Nacht. Am Abend holen wir uns Tacos und Tortas (belegte Brötchen) zum Abendessen und schauen uns das Basketballturnier an. Das ist das erste Mal, dass ich eines der Basketballfelder, die es in jedem mexikanischen Dorf gibt, wirklich in Benutzung sehe. Zum Glück ist das Feld überdacht, denn es gibt immer wieder Regenschauer. Nachts um zehn laufen wir dann noch rüber zur Kirche, um uns das Feuerwerk anzuschauen. Durch den Regen haben sich die Aufbauarbeiten des quema del castillo verzögert und die Menge fordert immer wieder, dass einzelne Raketen abgeschossen werden. Was für uns noch neu ist, sind tragbare Feuerwerke. Freiwillige setzen sich eine Art überdimensionierten Hut, der bis zu den Schultern geht, auf. Der hat entweder die Form einer Frau mit Kleid oder einer Stirn und ist mit Feuerwerk gespickt. Dann spielt die Kapelle auf und die Person beginnt zu tanzen. Undenkbar in Deutschland — hier ist das nur mit Ohropax möglich, da die Schüsse Teil der Feierlichkeiten sind. Parallel zu dem quema del castillo werden noch großkalibrige Kugelbomben in den Himmel geschossen. Das Rohr steht etwas abseits der Menge hinter der Kirche. Eine kurze Warnung an die Umstehenden, einmal bekreuzigen und ab dafür. Wird schon alles gut gehen. Wir fallen danach zu den Klängen von Partymusik und Böllerschüssen ins Bett.
Latuvi - Cuajimoloyas
Einen Wecker brauchen wir heute nicht. Um sechs Uhr startet die Messe in der Kirche und anstatt mit Glocken wird das Dorf um fünf Uhr früh mit Böllerschüssen geweckt. Wir wollten ja eh früh raus. Am Kiosk holen wir uns noch ein Frühstück und damit stehen wir dann um sieben Uhr an der Kreuzung im Dorf und sehen die Prozession vorbeiziehen. Mit Böllerschüssen zum Abschied steigen wir wieder runter ins Tal und machen uns auf den Weg nach Cuajimoloyas. Die Beine sind nach den letzten beiden Tagen schon etwas müde, aber heute steckt uns zumindest kein Gewitter im Nacken.
Die Beschilderung ist hier eher spärlich. Die geführten Touren gehen üblicherweise über La Nevería und Benito Juárez. Aber verlaufen kann man sich auch nicht wirklich. Bis zum Mirador bei Kilometer 8 geht es steil bergauf und wir merken, dass wir schon wieder auf fast 3000 Meter Höhe sind. Auf dem Aussichtspunkt machen wir Pause und genießen den Ausblick ins Tal und beobachten einen Kolibri, der fleißig Nektar sammelt. Von hier wird der Weg flacher, aber es geht immer noch bergauf. Beim zweiten Aussichtspunkt Piedra Colorada kurz vor Cuajimoloyas treffen wir dann schließlich auf andere Wandergruppen.
Auf das Collectivo zurück nach Tlacolula müssen wir diesmal nicht ganz so lange warten. Nach einer dreiviertel Stunde hält ein Pickup vor uns und wir rumpeln die Straße runter. Diesmal ist es auch deutlich leerer als auf der Hinfahrt.
GPX-Dateien
Hier können die GPX-Dateien der drei Abschnitte heruntergeladen werden. Auf der Strecke von Cuajimoloyas nach Amatlán kann es sein, dass wir einen der Abstecher von der Straße übersehen haben.
| Datum | Distanz | Dauer | Anstieg | Ort | GPS | gpx-Datei |
|---|---|---|---|---|---|---|
| km | hh:mm | m | lat/lon | |||
| 27.07.2026 | 25.52 | 6:50 | 1103 | Cuajimoloyas | 17.11904, -96.45580 | Download |
| 28.07.2026 | 18.53 | 5:06 | 1600 | Amatlán | 17.27856, -96.47405 | Download |
| 29.07.2026 | 18.21 | 5:58 | 1656 | Latuvi | 17.19217, -96.51428 | Download |
Infrastruktur
In allen Orten gibt es verschiedene Comedores, die Essen anbieten. Diese sind oftmals Räume in Privathäusern, die zu kleinen Gaststuben ausgebaut wurden. Wir konnten uns in der Regel zwischen zwei bis drei verschiedenen Gerichten entscheiden. In Latuvi haben wir uns ein bisschen durch die Stände auf dem Dorffest getestet. Wasser, Snacks und Obst für unterwegs kann man in den kleinen Läden kaufen, die es in den Dörfern gibt. Zwischen unseren Start- und Zielorten sind wir durch keine weiteren Ortschaften durchgekommen. Kartenmaterial muss vorher heruntergeladen werden. Die Handys konnten wir jeden Abend in unserer Unterkunft aufladen. Es gibt keinen Mobilfunk in der Gegend oder zumindest hatte mein Handy keinen Empfang. In Amatlán und Latuvi hatten wir aber WLAN-Zugang.
Die “Karte”, die man in den Touristeninformationen abfotografieren kann, ist sehr rudimentär. Wir haben sie mehr dazu genutzt, den Weg zu verifizieren, als ihn zu finden. Im Prinzip sind die Wege auch ausgeschildert. An manchen Stellen fehlen allerdings Markierungen oder sie sind nur aus einer Richtung sichtbar. Die Kombination aus Karte und GPS auf dem Handy und der Beschilderung macht es aber möglich, auch ohne Guide die Wege zu finden. Auf dem Großteil der Strecken gibt es eh nur einen Pfad, dem man folgen kann.
Kostenüberblick
Transport von Tlacolula nach Cuajimoloyas: 4x50 = 200 MXN
| Cuajimoloyas | Amatlán | Latuvi | |
|---|---|---|---|
| Unterkunft | 400 | 850 | 600 |
| Wegzoll | 200 | ||
| Abendessen | 200 | 280 | 250 |
| Snacks | 75 | 70 | 200 |
Inklusive der Parkgebühren für den Panda, den Transport und ein bisschen was drauf für das Essen, das wir mitgenommen haben, kommen wir auf ungefähr 200 EUR für drei Tage in den Bergen.
Lokale Anbieter
Wir haben auf lokale Guides verzichtet. Der Preis beträgt 350 MXN (ca. 17,50 EUR) pro Stunde; bei unserer Tour hätten sich so schnell 6.500 MXN (ca. 325 EUR) ergeben. Wenn man eine größere Gruppe ist, in der man sich einen Guide teilen kann, sind diese Summen vertretbar, dann sollte man sich aber vorher auch die Unterkünfte organisieren. Es gibt auch Komplettpakete mit Transport ab Oaxaca de Juárez und all-inclusive-Verpflegungspaket. Diese werden von Expediciones Sierra Norte angeboten. Wer alleine unterwegs ist, aber nicht alleine wandern will, sollte sich einer dieser Gruppen anschließen. Drei Tage kosten ungefähr 6400 MXN.