Santiago Apoala
- Kirsten
- July 10, 2026
- natur
Santiago Apoala
Dieses wunderbare Dorf liegt in einem Tal nordwestlich von Oaxaca de Juárez in den Bergen zwischen den Bundesstraßen 135 und 135D. Die Einwohner sind Mixtecos und sprechen vorrangig Mixtec. Die meisten sprechen dazu noch Spanisch und einige auch Englisch.
Auf der Anfahrt kann man auf dem Plateau oberhalb des Dorfes noch einen Abstecher zu einem Aussichtspunkt machen. Von hier hat man einen wunderbaren Blick hinunter ins Dorf. Wir nutzen es auch, um uns die Straße anschauen zu können und zu entscheiden, ob der Panda das schafft.
Beim Tourismuszentrum bezahlt man 100 MXN pro Person und bekommt dafür ein kleines Bändchen. Das ist quasi der Eintritt für den Canyon, die Höhlen und die Wasserfälle. Wer möchte, kann hier auch einen Guide für die drei angebotenen Touren buchen. Wir verzichten erstmal und fahren zum “Campingplatz“. Es ist eine Wiese neben den kleinen Cabanas, in denen man auch übernachten kann. Es gibt genau eine etwas höher gelegene Stelle, die nicht vom Regen durchnässt ist, auf der wir stehen können. Um uns herum ragen die Felsen auf, traumhaft. Wir genießen einfach die Aussicht und den Rest des Tages. Am nächsten Morgen erkunden wir dann den Ort. Hier kann man alles zu Fuß machen, sollte aber trittsicher sein. Zu den Wasserfällen führt eine ziemlich steile Treppe hinunter. Wir haben keinen Reiseführer gepucht, haben aber dennoch Begleitung. Es sind mal wieder zwei Hunde, die sich einfach der Gruppe anschließen. In dem Pool am Fusse des Wasserfalls kann man baden; die verpflichtenden Schwimmwesten kann man sich im Touristenzentrum ausleihen. Das Wasser ist sehr klar und auch ziemlich kalt. Wir verzichten auf die Abkühlung und gehen noch ein Stück weiter zur Lagoona Azul. Hier hat sich hinter einem zweiten kleineren Wasserfall ein See gebildet, der türkisfarben zwischen Felsen und Bäumen liegt. Wir machen hier eine Lesepause und entspannen, bevor wir die Treppen wieder hochsteigen.
Die zweite Tour beginnt direkt am Campingplatz und führt in den Canyon. Wir folgen dem etwas steinigen Pfad, der immer schmaler wird, bis sich die Landschaft zu einem schmalen Canyon verengt. Zwischen den beiden Felswänden, die steil in die Höhe ragen, liegen vielleicht noch 6 Meter, in denen sich der Fluss durchschlängelt. Dieser führt aber nicht viel Wasser und so kann man von Stein zu Stein hüpfend durch den Canyon und dahinter öffnet sich die Landschaft wieder zu sanften Hügeln. Der Pfad führt von hier weiter bis ins nächste Dorf. Wir spazieren noch ein Stück und drehen dann um. Auf dem Rückweg halten wir noch an den Höhlenmalereien und steigen einmal hinunter in die Fledermausgrotte.
Die Route in die Höhle mit dem unterirdischen Flusslauf haben wir nicht mehr gemacht. Dafür bekommen wir am nächsten Tag noch eine Sonderführung durchs Dorf. Beim zweiten Frühstück nach einem Lauf kommt ein älterer Herr vorbei und fängt an sich mit uns zu unterhalten. Er erzählt, er wäre sowas wie der Dorfsheriff und will uns unbedingt noch eine Tour geben. Wir kommen mit und er zeigt uns vor allem, was das Dorf an Obst zu bieten hat. Hier gibt es wirklich alles: Pfirsiche, Granatäpfel, Papayas, Äpfel und vieles mehr. Das Meiste ist noch nicht reif, aber einen Granatapfel und ein paar Pfirsiche erntet er für uns. Er zeigt uns auch noch die Felder, auf denen vor allem Mais angebaut wird. Gepflügt wird mit Ochsen. Auf den kleinen und verwinkelten Flächen sind sie wendiger als ein Traktor. Am Ende landen wir in einem kleinen Kiosk und er erzählt bei Mezcal und Limo munter weiter. Er lädt auch noch zwei mexikanische Touristen auf ein Bier ein und wir stauben ein paar Reisetips ab. Wir vermuten, dass er einfach gerne in Gesellschaft ist und dann schnappt er sich halt einfach ein paar Touristen und zeigt ihnen das Dorf
Hin und Weg
Es ist nicht ganz einfach hierherzukommen. Es gibt Anbieter von Touren, die in Oaxaca starten; die meisten scheinen Tagestouren in Autos und Kleinbussen zu sein. Bevor man sich selber mit einem Auto auf den Weg macht, muss man eines wissen. Die letzten vier Kilometer geht es runter ins Tal. Die Straße ist gut ausgebaut, aber es werden dabei ungefähr 400 Höhenmeter überwunden. Zurück bedeutet das einen Abstieg mit 10% Steigung im Schnitt auf einer Strecke von vier Kilometern. Wir haben die Motortemperatur die ganze Zeit überwacht und zwei Stopps zum Abkühlen eingelegt. Es gibt keinen Seitenstreifen, also steht man dann mitten auf der Straße. Es ist aber so wenig Verkehr und es stehen immer wieder Autos zum Abkühlen oder Fotos machen auf der Straße. Man sollte aber auf alle Fälle vorher überlegen, ob man wieder raufkommt, bevor man runterfährt. Man sollte sich zudem nicht auf ein Navi verlassen. Diese schicken einen über nicht mehr existierende Straßen oder unbefestigte Abkürzungen. Von Asunción Nochixtlán folgt man der Calle 5 de Mayo, die dann zum Camino Asunción Nochixtlán wird. Von da an immer der befestigten Straße, den Schildern und dem gesunden Menschenverstand folgen. Nach ungefähr 24 Kilometern in San Miguel Chicahua muss man einmal links abbiegen, um nicht die Rampe mit den Topes rauf fahren zu müssen. Man sollte hier dem Schild für LKW und nicht dem für Autos folgen, egal welches Fahrzeug man hat. Für die Fahrt sollte man 1,5 Stunden einplanen. Aus der anderen Richtung ist die Straße unbefestigt und ohne einen Allradantrieb hat man keine Chance hochzukommen.