Baja Sur

Hidalgo und Tlaxcala

Parque Nacional El Chico

Es ist fast wie in der Fränkischen Schweiz. Dichte Wälder, aus denen Felsen aufragen, die zum Klettern einladen. Es gibt auch einen Klettersteig, den man mit einem der lokalen Tourenanbieter begehen kann.
Der Parque Nacional El Chico ist schon seit 1898 ein geschütztes Gebiet und seit 1982 ein Nationalpark. Er liegt auf ungefähr 2500 Meter über dem Meeresspiegel, und es herrschen Ende Juni angenehme Temperaturen um die 20°C. Im Winter kann es nachts auch mal Null Grad werden, und Schnee wurde hier auch schon gemeldet.
In Mineral del Chico machen wir einen Tag Pause und reparieren die Gasdruckfedern vom Dachfenster. Das geht erstaunlich einfach, und jetzt können wir das Fenster endlich wieder komplett aufmachen. Am nächsten Tag fahren wir zum Centro Turístico und zahlen unseren Eintritt von 56 MXN pro Person. Das Ticket sollte man unbedingt mit auf die Wanderung nehmen, weil man unterwegs danach gefragt werden kann.
Wanderkarten gibt es nicht, nur eine etwas rudimentäre Karte an der Wand, die sich an mehreren Punkten im Park wiederfindet.
Die Ausschilderung ist auch eher spärlich. Wir laufen nicht den Weg, den wir uns rausgesucht hatten, aber wir kommen an ein paar schönen Aussichtspunkten vorbei. Der bekannteste ist wohl Peña del Cuervo. Den finden wir später auch im Reiseführer wieder, den uns Leo da gelassen hat. Von dieser runden Aussichtsplattform hat man einen tollen Blick runter ins Tal auf Mineral del Chico oder hoch zu dem Felsen von La Muela. Über eine große Runde geht es nochmal hoch auf den La Muela, der einen tollen Ausblick über das Tal bietet. Insgesamt ist unsere Tour am Ende 17,23 Kilometer lang und hat 820 Höhenmeter. Mit einigen Pausen, um den Ausblick zu genießen, und einigen Stops, um herauszufinden, welcher Weg der Richtige ist, sind wir fast 5,5 Stunden unterwegs. Wir kommen gerade noch vor dem großen Regenschauer des Tages wieder am Auto an. Da unsere Scheibenwischer immer noch hacken, warten wir, bis es wieder trocken ist, bevor es weitergeht.

Chico

Prismas Basalticos

In der Nähe von Huasca de Ocampo, 30 Kilometer nördlich von Pachuca im Bundesstaat Hidalgo, gibt es ein geologisches Spektakel zu bestaunen. Entlang einer Schlucht türmen sich bis zu 30 Meter hohe Basaltsäulen auf. Durch den oberhalb gelegenen Staudamm wird der Flusslauf kontrolliert und die Säulen sind sichtbar. Sie sind vor vielen Millionen Jahren durch einen Vulkanausbruch entstanden. Wenn die Lava langsam auskühlt und dabei schrumpft, entstehen vertikale Spannungsrisse, und das Gestein bildet Säulen mit typischerweise 5- oder 6-eckigem Grundriss.
Von oben sieht es dann aus wie Bienenwaben. Solche Basaltsäulen kann man überall dort finden, wo es in der Erdgeschichte mal Vulkanausbrüche gegeben hat.
An dieser Stelle sind die Säulen besonders hoch und gut zu besichtigen.Rund um die Schlucht ist ein kleiner Freizeitpark entstanden. Der Eintritt kostet 100 MXN, dafür kann man dann den ganzen Tag bleiben. Man kann den Fluss, die Wasserfälle und die Schlucht von einer Hängebrücke aus bestauenen oder runter zum Fluss gehen und die Säulen neben sich aufragen sehen. Als besonderen Nervenkitzel kann man auch mit der Zipline über den Canyon hinüberschweben. Das kleine Museum auf dem Gelände ist kostenlos, aber nicht sehr interessant.
In dem Picknickbereich kann man entspannen oder sogar grillen. Der Rest ist komplett durchkommerzialisiert. Es gibt viele Restaurants und Souvenirläden. Zumindest die Toiletten sind kostenlos, allerdings muss man 5 MXN fürs Toilettenpapier bezahlen, wenn man selber keins dabei hat. Eine etwas weniger kommerzielle Variante ist die Hacienda Santa Maria Regla, die unterhalb des zweiten Wasserfalls liegt. Auch hier muss man Eintritt bezahlen und hat dann einen tollen Blick auf den See unterhalb des zweiten Wasserfalls und hoch zu den Säulen.

Basalticos

Zacatlan

Eigentlich war der Plan, nach Zacatlán reinzufahren und dann ein Restaurant oder eine Bar zu finden, in der wir die zweite Hälfte des Spiels Deutschland gegen Paraguay schauen.
Allerdings gibt es in der Stadt keine freien Parkplätze. Erst auf einer der Ausfallstraßen finden wir am Straßenrand einen Platz, wo wir stehen können. Ein paar Minuten später wird auch klar, dass wir hier erst mal nicht wieder wegkommen. Hinter uns beginnt ein Hupkonzert und es ziehen mehrere Dutzend LKW, Kipplaster und Sattelschlepper in Schrittgeschwindigkeit an uns vorbei.
Alle sind mit Blumen geschmückt und vorneweg fahren zwei Fahrzeuge mit lebensgroßen Heiligenstatuen vor dem Kühlergrill. Was Sinn und Zweck dieser Prozession war, finden wir nicht mehr heraus. Für die deutsche Nationalmannschaft findet der Ball allerdings auch nicht den Weg hinein ins Tor.
Wenn man früher am Tag in der Stadt ist und man einen Parkplatz ergattern kann, lohnt sich hier bestimmt ein Spaziergang durch den Ortskern. Was wir vom Auto aus sehen konnten, sah vielversprechend aus.

Zacatlan

Tlaxcala

Sowohl von der Fläche als auch von der Einwohnerzahl ist Tlaxcala einer der kleinsten Bundesstaaten von Mexiko.
Wir machen für eine Nacht einen Zwischenstopp in Tlaxco. Die Kirche und der Dorfplatz sind sehr hübsch und ich kann in einer der vielen Fruterias unsere Obst- und Gemüsevorräte wieder auffüllen. Die Bib hat leider zu und so kann ich mir mal ein paar Stunden in einem Café. Irgendwann zieht eine Trauerprozession zur Kirche, dabei wird ordentlich geböllert. Da Simon sich eine erkältung eingefangen hat beschließen wir zwei Nächte in dem Hotel und Freizeitpark La Trinidad in Santa Cruz Tlaxcala zu verbringen. Von hier aus hat man einen tollen Blick auf den Malinche-Vulkan, auf den wir eigentlich wandern wollten. Die meiste Zeit des Tages versteckt sich der Gipfel allerdings in den Wolken. Auf dem Gelände des Hotels gibt es zwei Außenschwimmbecken, eine Minigolfanlage, eine Kartbahn, die aber außer Betrieb ist, und einen großen Spielplatz. Dazu kommt noch ein beheiztes Schwimmbad im Inneren. Dies ist aber ziemlich voll und es gibt bestimmte Zeiten für das Hotel, den Campingplatz und alle anderen. Ich nutze die Außenbecken, friere aber bei weniger als 20 °C Außentemperatur ziemlich schnell durch, gehe auf dem Gelände laufen und komme mal wieder zum Schreiben.

An dem Tag, an dem wir weiterfahren, reist eine Jugendfreizeit auf dem Campingplatz an. Kein schlechter Moment, um weiterzuziehen. Für uns geht es in die Hauptstadt des Bundesstaates nach Tlaxcala de Xicohténcatl. Die Innenstadt ist sehr schön und hat mehrere Kirchen und Plätze. Hier gibt es schon mehrere Häuser mit den für die Region typischen Blau-Weißen Kacheln, in Puebla werden wir noch mehr davon sehen. die Häuser werden hier auch bunter. Es wird in den Straßen deutlich farbenfroher. Auf die Spitze treibt es dabei ein großes Apartmentgebäude in Panter Pink, das wir von der Iglesia del Cristo del Buen Vecino oberhalb des alten Klosterkonvents San Francisco sehen können. Am nächsten Morgen machen wir noch einen Stopp auf dem Markt, bevor es weitergeht nach Puebla.

Tlaxcala