Sightseeing
Natürlich hat auch La Paz den obligatorischen Dorfplatz mit Kirche und Pavillon. Tatsächlich entspannen wir hier einen Nachmittag im Schatten auf einer Bank und lesen. Die wirklichen Sehenswürdigkeiten gibt es aber am Malecón, der Promenade am Wasser. Vom Hotel Estrella del Mar erstreckt sich ein Fußweg über 5 Kilometer bis zum kostenlosen Strandbad Playa El Coromuel. Der separat verlaufende Fahrradweg geht sogar noch ein Stück weiter raus. Entlang des Zentrums von La Paz ist der Malecón mit verschiedensten Statuen geschmückt. Ein Walhai scheint über den Passanten zu schweben, eine Muschel präsentiert eine riesige Perle, und vielleicht hält der Mann im Faltboot Ausschau nach Meerjungfrauen, die aber ein paar hundert Meter weiter rechts stehen. Es gibt Sandstrände, ein Beachvolleyballfeld, einen Skatepark und viele Bänke zum Verweilen. Betrieb ist vor allem morgens bis circa eine Stunde nach Sonnenaufgang und dann wieder, wenn die Sonne untergegangen ist. Dann werden die Fahrräder, Inlineskates und Laufschuhe ausgepackt. Auch für Krafttraining gibt es eine Ecke. Drum herum sind dann auch alle Restaurants und Bars geöffnet. Die Promenade ist auch gut ausgeleuchtet. So kann man hier ganz entspannt den Abend verbringen. Auf den Stegen, die raus ins Wasser ragen, wird geangelt. Die Kugelfische, die aufgeplustert am Haken hängen, wollen aber weder die Angler noch die Pelikane haben. Nur eins sollte man nicht machen: zur Rush-Hour mit dem Auto durchfahren, da kommt man nur im Schritttempo voran. Tagsüber ist es viel zu heiß, um sich hier aufzuhalten. Da nimmt man lieber das Fahrrad und die Schwimmsachen und kühlt sich am Playa El Coromuel ab. Der Eintritt ist kostenlos, genauso wie Duschen und Toiletten. Es gibt auch Restaurants und einen Verleih und Verkauf von allem, was man im Wasser brauchen könnte, vom Kajak bis zum Schwimmring. Die Pelikane haben hier auch ihren Spaß und lassen sich von den Menschen nicht beim Fischen stören, sondern stürzen sich auch mal mitten in die Menge.
Dünen
Westlich von La Paz liegen die Dunas del Mogote. Eine Halbinsel aus feinstem Sand, die vor La Paz eine natürliche Bucht bildet. Hier entfliehen wir für eine Nacht der Hitze der Stadt und genießen den Wind. Man kann sich hier aber auch schnell festfahren. Nur wenige Meter neben der unbefestigten Straße kommt der tiefe Sand. Ohne Allradantrieb sollte man sich da nicht hineinwagen. Hier kann man wunderbar am Strand spazieren gehen oder die Dünen auf einem modifizierten Snowboard hinuntergleiten. Ein idealer Ort, um dem Trubel in der Stadt zu entkommen.
Fish Tacos
Ein Punkt hatte ich für La Paz auf der Liste, den ich unbedingt machen wollte: Fisch-Tacos essen gehen. In der Regel sind wir nicht abgeneigt, auch im Imbiss am Straßenrand zu essen. Bei Fisch wollte ich dann aber doch lieber auf ein Restaurant mit gemauerten Wänden setzen und einem guten Ruf. Unsere Wahl fällt auf “Taco Fish La Paz”. Beste Rankings im Internet, und auch von den Einheimischen wird der Laden mehr als einmal empfohlen. Es gibt zwei Lokale in La Paz: eins direkt am Malecón und das andere am Theater. Beide sind Dienstag bis Sonntag von 9 bis 16 Uhr geöffnet. Wir entscheiden uns für das am Theater. Simon findet den Laden auf den ersten Blick fast zu schick. Die Preise sind aber keineswegs so hoch glänzend poliert wie der Tresen. Ein Taco kostet etwa 50 MXN, was circa 2,50 € sind. Für zwei Getränke und vier Tacos bezahlen wir am Ende nur 15 €. Mit Hilfe der Bedienung entscheiden wir uns für jeweils einen Standard-Fisch-Taco und zwei Spezialvarianten mit Shrimps. Einmal wird der Taco mit Füllung frittiert (Dorados), und einmal gibt es noch eine gebratene, mild scharfe Mini-Paprika dazu (Torito). Was man dann serviert bekommt, sind tatsächlich Mais-Tortillas mit dem Fisch. Der Clou ist das kleine Buffet mit Saucen, Gemüse und Salsa, das mitten im Laden steht. Dort kann man seinen Taco noch beliebig aufpeppen.
Dieses Mittagessen oder Snack ist ein absolutes Muss, wenn man den Fisch mag. Wer noch zusätzlich zum Essen einen Blick aufs Wasser möchte, sucht sich einfach eines der Lokale direkt am Malecón aus. Für alle, die es nicht auf die Baja California schaffen, gibt es noch die Möglichkeit in Guadalajara und Zapopan im Bundesstaat Jalisco. Dort hat Taco Fish La Paz auch noch Filialen.
Bib Ranking
Es gibt mehrere größere Bibliotheken in La Paz. Wir haben nur zwei getestet, aber unsere Favoritin, die BIBLIOTECA PÚBLICA LEOPOLDO RAMOS, hat eigentlich alles, was man braucht: Arbeitsplätze, von denen einige direkt neben Steckdosen stehen, vernünftiges WLAN und ganz wichtig eine Klimaanlage. Wichtig in Mexiko: Immer vorne am Tresen in die Liste eintragen. Für uns sind die Bibliotheken quasi überlebenswichtig. So können wir uns wenigstens ein paar Stunden am Tag abkühlen.
Panda Updates
Eine Tipp haben uns die Magdeburger noch gegeben: Scheiben tönen lassen. Man kann die Scheiben vom Auto mit Folie bekleben lassen, damit weniger Sonnenlicht durchkommt und sich die Fahrerkabine nicht so aufheizt. Auf der Baja California sieht man nur wenige Autos ohne verdunkelte Scheiben. In Deutschland ist das an der Windschutzscheibe und den vorderen Seitenfenstern verboten. Das ist auch verständlich, da es beim Nachfahren natürlich ein Nachteil ist. Wir lernen, dass das Verdunkeln der Windschutzscheibe in Mexiko nur auf einem 20-cm-Streifen ganz oben legal ist, und dass es an den Seitenfenstern bis zu 20 % Verdunkelung okay ist. Der Mechaniker würde uns aber auch die Windschutzscheibe oder dunklere Folie kleben. Wenn man sich die Autos auf den Straßen anschaut, scheint es dafür auch genug Kunden zu geben. Wir bleiben bei den Seitenfenstern und der legalen Verdunkelung. Bevor es zurück nach Deutschland geht, müssen die Folien halt wieder runter. Aber es ist eine unglaubliche Erleichterung, wenn man nicht mehr beim Fahren gegrillt wird. Vor allem, da ja die Klimaanlage immer noch nicht läuft.
Schon in Deutschland haben wir einen Steinschlag reparieren lassen. Durch die Hitze auf der Baja hat sich aber wieder ein Riss gebildet. Es sieht für uns auch so aus, dass er größer wird. Bei den vielen Schlaglöchern, Topes und Schotterpisten wollen wir nichts riskieren und lassen den Riss behandeln. Damit er nicht weiter aufreißt, setzt der Scheibendoktor zwei Punkte an den Enden und einen auf den eigentlichen Steinschlag und füllt alles mit Harz auf. Jetzt sollte die Scheibe zumindest an der Stelle nicht reißen, aber ob der deutsche TÜV die Scheibe nochmal abnimmt, ist fraglich.
Klimaanlage
Hier gibt es Werkstätten, die sich auf das Reparieren von Klimaanlagen im Auto spezialisiert haben. Bei der ersten kann uns der Chef erst in einer Woche einen Termin anbieten; er empfiehlt uns aber einen Kollegen. Den können wir zwar nicht finden, bekommen aber in einer anderen Werkstatt einen Termin in 5 Tagen. Nach 5 Tagen Sightseeing, Mückennetz-Nähen und dem Testen verschiedener Bibliotheken in La Paz fahren wir mit der Hoffnung auf baldige Abkühlung wieder zur Werkstatt. 3 Stunden und zwei Waschmaschinen später haben wir wieder sauberere Wäsche und die Nachricht, dass die Klimaanlage an sich funktioniert. Wenigstens haben sie nicht wie in Deutschland den funktionierenden Kompressor ausgetauscht. Sie vermuten ein Erdungsproblem und schicken uns zur nächsten Werkstatt, die erst in drei Tagen einen Termin hat. Wir beschließen, erstmal die Runde südlich von La Paz zu fahren und vereinbaren einen Termin in einer Woche.
Solarpaneele
Auf der Runde um die Südspitze der Baja California haben wir gemerkt, dass unsere Solarpaneele keinen Strom mehr liefern. Zum Glück können wir auch über die Lichtmaschine laden, aber das geht halt nur beim Fahren. Ein paar Messungen später wissen wir, welches Paneel das Problem ist, und finden dann auch schnell die Ursache. Die Brückdioden sind beide gegrillt. So stehen wir dann zwei Tage später wieder am Malecón von La Paz neben einer Mauer und montieren die Solarpaneele um. Neue Stecker haben wir in der Stadt bekommen; neue Dioden gab es nicht. So bleibt uns fürs Erste nur übrig, mit einem Paneel auf dem Dach und dem anderen als neue Duschtür weiterzufahren. Aber so haben wir zumindest wieder ein bisschen grünen Strom und sind nicht mehr vollständig von der Lichtmaschine abhängig.