Baja Sur

Baja California Sur

Guerrero Negro

Unser erster Stop in Baja California Sur ist Guerrero Negro. Wenn mans ganz genau nimmt liegen die Sanddünen nördlich der Stadt noch im nördlichen Teil der Insel. Wir finden einen Stellplatz am Strand und machen einen kleinen Spaziergang durch die weißen Sanddünen. Nach dem ganzen rotbraunen Staub der letzten Tage ist der feine helle Sand eine schöne Abwechslung.
Die Stadt selber ist für ihre Salinen bekannt, die größten der Welt. Das staatliche Unternehemen hat mit Korruption, Vetternwirtschaft und Umweltproblemen zu kämpfen. Die Saline produierzt ~7 Millionen Tonnen Salz pro Jahr, sie hätte Kapazitäten für 8 Millionen Tonnen.

Es gibt einen kleinen Salzwassertümpel in einer der nicht mehr verwendeten Becken. Der gesamte Boden ist bedeckt mit einer Salzschicht und aus der gesettigten Lacke kristalisiert das Salz an den Rändern aus. Auch der Boden des Beckens ist komplett mit Salzbedeckt was das Wasser Türkisblau aussehen lässt. Simon will umbedingt mal schweben und steigt in den Tümpel. Das Problem ist nur die Salzlacke dann wieder abzuwaschen.

Wir müssen mal wieder den Kühlschrank auffüllen und fahren als erstes zum Supermarkt das Klappt noch gut. Der Tank ist auch wieder voll. Eigentlich wollten wir dann in die Bibiliothek und noch ein bisschen was wegarbeiten. Das Gebäude ist allerdings verlassen und fängt an auseinadern zu fallen. Sstattdessen geht es zu AutoZone um mal die Verfügbarkeit von Ersatzteilen zu checken. Motoröl ist schwieriger als gedacht, unser Typ ist hier nicht verbreitet. Aber die Mitarbeiter haben Spass an der Aufgabe für dieses seltsame Model zumindest einen passenden Innenraumfilter zu finden.

Negro

San Ignacio

Uns sind in den letzten Tagen immer wieder die vielen Pickups mit vorallem Amerikanischen Kennzeichen aufgefallen die Offroad Fahrzeuge oder viel Equipment hin und her fahren. Der Grund ist das NORRA Baja Rennen. Die National Off-Road Racing Association organisiert über das Jahr verteilt verschieden Off-Road Rennen auf der Baja California. Anfang Mai fahren die Teilnehmer in 6 Etappen von Ensenada runter bis nach San José del Cabo. Auf der Straße sind das über 1500 Kilometer, auf den Sandpisten werden es nicht weniger gewesen sein. Am 5 Mai ist San Igancio Startort für die Etappe nach Loreto. Als wir von der Hauptstraße abbiegen, sagen uns die Polizisten das wir wegen des Rennens nicht ins Dorf reinfahren können. Also Parken wir an der Oase und laufen die letzten 2 Kilometer zu Fuss. Es gibt sogar fast durchgehend einen Fussgängerweg neben der Straße. Im Dorf ankomen sehen nur noch wie der Startbereich gerade abgebaut wird. Die Fahrzeuge sind schon unterwegs und die letzten Supportteams packen zusammen um hinter ihren Fahrern hinterher zu kommen. San Ignacio ist ein pitoreskes Dorf mit einem Dorfplatz der zum Verweilen einläd und einer schönen Kirche. Normalerweise kommen die Leute die an der Nahe gelegenen Oase ein paar Tage am Wasser genießen hierher zum Eisessn und Cafe trinken. Datteln / Datiles scheinen die lokale Spezialität zu sein. Es gibt sie als Eis, Milchshake oder im Kuchen. Wir belassen es bei einem Spaziergang und einer Siesta am Wasser.

Ignacio

Las Tres Virgenes

50 Kilometer Östlich von San Ignacio liegen die drei Vulkane El Viejo, El Azufre und El Virgen. Auf deutsch sind es der Alte, der Schwefelige und die Jungfrau, eine interessante Kombination an Namen. An der Zufahrtsstraße liegt die Unterkunft Eco Tour Las Tres Vírgenes. Sie vermieten Bungalows und haben auch ein kleines Restaurant. Wir hatten gehört das man hier Touren zu den Vulkanen buchen kann. Allerdings kriegen wir nur die Informationen für den kleinen Wanderweg in der Ebene. Aber wir dürfen die Nacht etwas abseitz auf einem kleinen Parkplatz übernachten und essen dort zu Abend. Sie berechnen uns nichts für die Übernachtung und wir geben dafür ein gutes Trinkgeld beim Essen. Von dem kleinen Aussichtsturm hat man einen tollen Blick auf den Sonnenuntergang. Dort oben treffe ich ein paar Mädels und ihre Lehrerin. Ich bin mir nicht sicher ob es Schülerinnen und Studentinnnen sind. Sie machen einen Ausflug zu der Geothermieanlage (Campo Geotérmico Tres Vírgenes) auf der anderen Seite der Vulkane. Mit den vielen Vulkanen ist Mexiko natürlich predestiniert für Geothermische Energiegewinnung.

Am nächsten morgen spaziren wir die 9 Kilometer durch die Ebene. Es geht mal wieder durch viel Sand und vorbei an dem Rand eines Lavastroms. Ein schöner Stop für ein leckeres Abendessen und eine kleine Wanderung.

Vulkan

Santa Rosalia

Es ist mal wieder Zeit für ein paar Stunden in den Bibliothek. In Santa Rosalia finden wir eine Bibiliothek mit Klimaanlage und Internet neben einem kleinen Platz im Zentrum des Dorfes. Wir bleiben den Nachmittag und essen dann im Park zu Abend. Es ist auch warm genug um Abends noch draußen zu sitzen und etwas zu lesen. Am nächsten Morgen wollen wir noch ein paar Stunden arbeiten. Um 8 Uhr stehen wir vor der verschlossenen Biblothek. ber das Internet reicht nach draußen und gegen 10 Uhr ist dann auch jemand da der das Gebäude aufschließt. Bevor wir weiter fahren machen wir noch einen kurzen Spaziergang am Wasser entlang. Von hier aus gibt es auch eine Fährverbindung zum Festland nach Guaymas im Bundesstaat Sonora. Die kleine Fähre überquert den Golf von Mexico drei mal die Woche in beide Richtungen. Die Fahrt dauert etwas 10 Stunden und kostet 1099 MXN pro Person und 5950 MXN für ein Fahrzeug bis 7 Meter inklusive einer Person. Wir fahren weiter Richtung Süden und werden von La Paz aufs Festland verschiffen.

Rosalia

Heroica Mulege

Auch das ist wieder eines dieser schönen, bunten Dörfer am Meer. Wir können direkt am steinigen Strand neben dem Leuchtturm parken. Am späten Nachmittag laufen wir noch eine Runde rein ins Dorf. Den nächsten Tag entspannen wir am Strand und bewegen uns mal nicht weiter. Den zweiten Morgen nutze ich für eine Runde Intervalle und zum zweiten Frühstück gibt es Käsekuchen den ein Händler am Strand verkauft. Diese Tage in denen man mal keine neuen Eindrücke sammelt und einfach am selben Ort steht sind super um den Kopf mal wieder ein bisschen runter zu kriegen.

Mulege

Loreto

Diese kleine Stadt hat im Richtigen Moment aufgehört Touristisch zu expandieren. Die Promenade, el Malecon, und die Fussgängerzone laden zum flanieren ein. Am Strand gibt es fest installierte Sonnenschirme, Außenduschen und ein Beachvolleyballfeld. Wir haben den Eindruck das das alles vorallem von den Einheimischen genutzt wird. Man trifft aber auch einige Touristen, besonders viele aus den USA. Für mich ein Bonus ist der Bücherladen “Caballo Blanco”. Neben vielen Englisch sprachiger Literatur finde ich auch endlich ein exemplar von Harry Potter auf Spanisch. Ich kaufe den fünften Band, da bekommt man am meisten Wörter für sein Geld. Ich hab schon beim English und Norwegisch lernen auf die Harry Potter reihe gesetzt. Wenn die Handlung bekannt ist, ist es einfacher unnbekannte Wörter aus dem Kontext zu erschließen und motivierender wenn man dann nachschlägt und richitg liegt. Allerdings führt es auch zu einem etwas seltsamen Wortschatz der nicht immer ganz alltagstauglich ist, wann braucht man schon mal einen Zauberstab (Varita) oder einen Hauself (elfo domestico).

Der Yachthafen ist gut gefüllt mit Booten aber insgesammt ist der Ort nicht Überfüllt. Die Regierung wollte den Hafen hochstufen so das dort auch Kreuztfahrtschiffe ankern oder anlegen können. Dagegen hat sich eine Bürgerinitiative gebildet die das Ökosystem vor Loreto schützen willt. Auf Change.org wurden über eine Million unterschriften gesammelt und schließlich ließ die Regierung von ihrem Vorhaben ab. Für Loreto ist das ein Glück, nicht nur für die Wale und das Ökosystem, sondern auch für den Ort und die Menschen die dort leben. Was der Kreuzfahttourismus aus kleinen Ortschaften macht haben wir ja in Ensenada gesehen. Ein Tourismus der weder die Menschen noch die Umwelt überfordert ist viel Nachhaltiger.

Die Küste vor Loreto ist ein Naturschutzgebiet. Der Parque Nacional Bahía de Loreto ist seit 1996 geschützt und seit 2005 auch UNESCO Weltnaturerbe. Man kann hier auch ein Boot chartern und sich raus auf eine der Inseln fahren lassen.

Loreto

San Javier

Eine Stunde westlich von Loreto und 409 Meter über dem Meeresspiegel liegt San Javier. Um hier hoch zu kommen muss der Panda eine kurvige Straße erklimmen. Bei 30°C Außentemperatur und im ersten Gang überhitzt der Motor und zwingt uns zu einem Zwischenstopp. Wir sind aber nicht die einzigen denen es so geht. Chrisi und Domenique aus Magdeburg die wir schon im Lassen Volcanic National Park getroffen haben ergeht es auch nicht anders. 1699 kamen die ersten Jesuiten Mönche in dieses Dorf und bauten nicht nur die obligatorische Kirche (1744 - 1759) sondern auch ein ausgefeiltes Bewäserungssystem. So ist das Dorf grüner als erwartet mit ein paar Palmen und Olivenbäumen hebt es sich von dem vielen Sand und geröll der Umgebung ab.

Viel zu erkunden gibt es nicht. Wir gehen mit Chrissi und Domenique auf die Suche nach etwas kühlen zu trinken und landen von einem Verkaufsstand, der Innenhof der Besitzerin dient auch als Gastraum. Wir sind experimentierfreudig und versuchen uns an Micheladas. Das ist Bier mit Tomatensaft und wahlweise Brühe, Maggie oder Worchestersauce, ein Rezept findet ihr hier. Klingt etwas verrückt und ist nicht für jeden was. Simon und mit Schmeckts den anderen beiden eher nicht so. Die Tomatensaft Würzmischung gibt es unter dem marken Namen “Clamato” in mexiko auch überall zu kaufen. Nach einem entspannten Abend und einer Ruhigen Nacht wollen wir eigentlich am nächsten Tag wieder zurück nach Loreto.

Am späten Vormittag kommt plötzlich leben in das Dorf. Um uns herum parken nicht nur Pick-Ups sondern es kommen auch immer mehr Reiter ins Dorf und es wird eine Bühne und ein Zelt aufgebaut. Wir fragen nach und tatsächlich ist heute 327 Jähriges Dorfjubiläum. Wir entscheiden uns spontan noch einen Tag zu bleiben. Am späten Nachmittag gibt es erst eine Dorfversammlung mit einigen Offiziellen der Regionalverwaltung und dann das Bühnen Program. Der Tontechniker hat die Anlage voll aufgereht und der Moderator dreht mit der Überhöhung dieses Events auch voll auf. Manche Dinge sind über den Globus erstaunlich Ähnlich bei solchen Festen. Als erstes gibt es zwei Tanzvorführungen, danach einer kurze Rede vom Bürgermeister. Im Anschluss wird ein Trohn auf die Bühne getragen und die Königin des Jubiläum von San Juan 2026 gekrönt. Extra dafür angereist sind weitere gekrönte Damen aus der Umgebung. Eine reprensentier die Tourismus Region, die nächste die Reiterschaft und eine dritte den Karneval, ingesamt sind sie zu acht. Zum Abschluss gibt es noch Gesang und nach einer Stunde ist die Bühnenshow vorbei und alle gehen nach Hause. Wir bleiben mit drei Mexikanischen Vans auf dem Dorfplatz zurück.

Am nächsten Morgen gehe ich noch eine Runde Laufen, Start 6:30 wegen der hitze. Ein Tierische Angelegenheit. Ich bin noch nicht aus dem Dorf raus und schon habe ich zwei Begleiter. Der super freundliche Dorfhund und ein ebnenso freundlicher Freund von ihm. Eigentlich wollte ich mindestens 5 Kilometer die Straße runter und dann wieder zurück. Als sich aber bei Kilomter drei noch ein Pferd der Gruppe anschließen will, drehe ich wieder um zum Dorf. Auf der anderen seite des Dorfs laufe ich die Straße Richtung Loreto weiter. Auf dem ersten Anstieg kommt dann der Dorfhund nicht mehr wirklich klar und wir legen eine Trinkpause ein. Am Ende waren es dann nur 7 km.

Javier

Ensenada Blanca

Die Temperaturen sind Tagsüber mittlerweile bei über 35°C angelangt. Unsere Klimaanlage im Auto ist immernoch kaputt und so bleibt uns nur möglichst Früh zu fahren um nicht durchgegart zu werden. Um uns den Tag über Abkühlen zu können fahren wir zu einem kleinen Strand in einer Bucht. Hier kann man gut sehen was passiert wenn Reiche Investoren eine kleine Bucht für sich entdecken. Es gibt zwei Zugänge zur Bucht. Der eine ist eine gut ausgebaute Straße die allerdings hinter einem Prächtigen Torbogen mit Schranke liegt. Diese führt zu einer Großen fünf Sterne Hotel Anlage mit eigenem Golfplatz, ab 450 EUR pro Nacht für zwei Personen ohne Frühstück. Wir, die Bewohner des Dorfs, die Fischer, die Bootsleute und alle LKWs der Baustelle für das nächste Hotel nehmen die unbefestigte Straße eine Ausfahrt weiter. So sitzen wir den Tag unter einem Baum mit Blick auf die Buch und das gegenüberliegende Hotel. Wir kühlen uns im Wasser ab und zumindest die Unterwasserwelt ist noch kostenlos. Wir sehen Kofferfische, Anemonen, Seeigel und Seesterne. Die Möwen und Pelikane kommen auch auf ihre Kosten als die Fischer nach der ersten Tour für die Touris ihre Boote auf dieser Seite wieder flott für die Nachmittagsgäste machen. Mit einem weiteren Zwischenstopp schaffen wir es dann bis nach La Paz, hier wollen wir endlich die Klimaanlage raparieren lassen.

Ensenada