Joshua Tree

Salton Sea

Der Salton Sea liegt zwischen Mexicali an der Grenze zwischen Mexiko und den USA und dem Joshua Tree National Park. Noch 1900 war an der Stelle des Salton Sea nur das Bett eines ausgetrockneten Sees. Durch einen Dammbruch wurde dieses Gebiet 1905 durch den zur Bewässerung von Agrarflächen umgeleiteten Colorado River geflutet. Nach der Reparatur des Damms wäre der See eigentlich wieder ausgetrocknet, aber die Farmer leiteten überschüssiges Wasser in den See ein und erhielten ihn so. In den 1950er und 60er Jahren hatte sich der See soweit etabliert, dass er als Wassersport- und Feriendomizil genutzt wurde. Auch verschiedene Fische und Vögel hatten sich am See angesiedelt. Ab den 1970er Jahren begann das System allerdings zu kippen. In den folgenden Jahren bis zur Jahrtausendwende kam es durch immer mehr Düngemittel im See und einen reduzierten Wasserzufluss zu einer Versalzung und zu einem Massensterben von Fischen und Vögeln. Der Tourismus brach komplett ein und mit ihm die Lebensgrundlage vieler Bewohner der Dörfer am See.

Seit 2018 sind Planungen im Gang, einen Teil des Sees im Norden wieder mit Frischwasser zu versorgen, um ein Habitat für verschiedene Tierarten zu schaffen und die größeren Städte im Norden vor dem Staub zu schützen.

Finanziell könnte der nächste große Wurf für die Region Lithium sein. Die Lithium Valley Vision möchte eines der größten Lithiumvorkommen der Welt in der Region des Salton Sea heben. Ein Projekt, das nicht jedem in der Region gefällt.

Indio

An der Nordseite des Salton Sea liegen mehrere Städte dicht an dicht. Der bekannteste ist wohl Coachella, in dem jährlich das gleichnamige Musikfestival stattfindet. Ganz im Sinne der Gewinnmaximierung gibt es das Festival mittlerweile an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden mit dem identischen Programm. Wir sind genau in der Woche dazwischen in Indio. Nach einem Tag in der Bibliothek hören wir vom Park nebenan Musik. Hier gibt es eine Open-Air-Bühne, einen kleinen Markt und diverse Foodtrucks. Die Musik ist umsonst und draußen, das deutlich bessere Konzept und sehr beliebt bei den Anwohnern. Schon hier gibt es viel Kunst. Die bestimmt 8 Meter hohen, knallbunten Roboter im Park neben der Bib sind nicht zu übersehen und auch der Metall-Kaktus gegenüber gefällt uns.

Indio

Bombay Beach

Je weiter man der Straße an der Ostseite des Salton Sea folgt, desto trostloser wird es. Die Wüste hat die Landschaft fest im Griff und der See liegt ziemlich tot und still da. In den 50er und 60ern muss Bombay Beach ein Wassersportparadies gewesen sein. Diese Glanzzeiten sind aber lange her und zwischenzeitlich war der Ort fast eine Geisterstadt. Heute leben wieder mehr Menschen in Bombay Beach, viele von ihnen Künstler. Seit 2016 gibt es jedes Frühjahr eine Biennale und der Strand ist übersät mit verschiedensten Skulpturen. Es ist ein riesiges Freiluftmuseum. Auch an einigen der Bungalows im Ort sieht man die Kreativität ihrer Bewohner. Aber es ist noch ein langer Weg, viele, wenn nicht die meisten der Grundstücke und Bungalows im Ort fallen noch in die Kategorien baufällig, ausgebrannt oder abgerissen. Es wird spannend, in welche Richtung sich Bombay Beach entwickeln wird. Kann es sich als Künstler-Hotspot etablieren oder wird es zusammen mit dem See irgendwann verschwinden?

Bombay

Slab City

Fährt man weiter Richtung Süden und biegt nach Osten in die Wüste ab, kommt man nach Slab City. Auf dem Gelände eines ehemaligen Militärgeländes aus dem Zweiten Weltkrieg entstand ab Ende der 1980er eine kleine Wohnwagenstadt. Es gibt keine Wasser- oder Stromleitungen. Die meisten Menschen leben in Wohnwagen oder selbst gebauten Hütten. Das darf man sich aber nicht wie einen großen Campingplatz an der Adria vorstellen. Einige der Bewohner haben die Ressourcen, um sich ein vernünftiges Wohnsetup zu bauen. Andere haben weniger Glück und versuchen, kaputte oder abgebrannte Wohnwagen auszuschlachten. Einige, vor allem die frühen Bewohner, haben selbst gewählt, hierher zu ziehen, und in den Anfängen war es wohl als eine Art Kommune angelegt, wo getauscht wurde, was man gerade brauchte, und man als Gemeinschaft zusammenlebte. Heute kommen jene hinzu, die hier landen, weil sie sonst keinen Platz mehr finden, an dem sie eine Wohnung bezahlen könnten, und die komplett mit der Gesellschaft abgeschlossen haben.

Es gibt zwei voneinander unabhängige Kunstprojekte in Slab City. Noch bevor man den alten Armeeposten passiert, der den Eingang markiert, liegt auf der rechten Seite Salvation Mountain. Hier hat Leonard Knight aus Stroh, Lehm, Latexfarbe und allem, was sich zum Bauen eignete, eine Flanke eines Hügels umgestaltet. Das gesamte Kunstwerk ist über und über mit Bibelzitaten und Lobpreisungen des Herrn überzogen und leuchtet in allen Farben des Regenbogens.

East Jesus definiert sich selbst als eine Art Stadtteil von Slab City. Hier entstand über viele Jahre ein riesiges Open-Air-Museum, das sich fortlaufend weiterentwickelt. Alle Kunstwerke sind Upcyclingprojekte und es ist spannend, hindurchzustreifen. Dies ist auch der geordnetste Teil von Slab City, in dem die alteingesessenen Bewohner und die, die derselben Philosophie folgen, leben. Touristen sind willkommen und im Museum auch gerne gesehen.

Slab City begann bestimmt als tolles, kollektiv geprägtes Projekt. Leider ist es in vielen Bereichen zu einem Schrottplatz verkommen. In welche Richtung das Pendel ausschlägt, wenn immer mehr der Pioniere verschwinden, wird die Zeit zeigen.

Slab

Hot Springs

Wir haben noch eine Hot Spring gefunden. Öffentlich zugänglich und ziemlich warm liegt sie direkt neben der Interstate-8, circa 20 Minuten östlich von El Centro. Die Palmen drum herum schützen vor der Sonne und halten den Lärm der Interstate ein bisschen ab. Nach einem Lauf am Morgen entspannen wir hier noch für den Rest des Tages. Im Winter muss es hier richtig voll sein. Direkt gegenüber gibt es eine Long Term Visitor Area vom BLM Land. Am Abend fahren wir rein nach El Centro, um noch ein letztes Mal in den USA einzukaufen und uns einen letzten Burger bei In-N-Out zu gönnen.

Hot