Der Sequoia National Park ist der zweitälteste Nationalpark der USA, Yellowstone war der erste. Die Gründung des Parks 1890 diente dem Schutz der mächtigen Sequoia-Mammutbäume vor der Abholzung. Kurz darauf wurde in direkter Nachbarschaft der General Grant National Park gegründet, der 1940 im viel größeren Kings Canyon National Park aufging. Seit 1943 werden beide Parks gemeinsam verwaltet.
Vom Kings Canyon Park sehen wir nur einen kleinen Ausschnitt. Anfang April ist der Highway 180 in den Canyon immer noch gesperrt, und auch einige andere Straßen sind geschlossen. Schneeketten brauchen wir zum Glück aber nicht mehr.
In beiden Parks sind die großen Sequoia-Mammutbäume das Highlight, vor allem wenn der Canyon noch geschlossen ist. Hier im Park stehen die größten Bäume der Welt. Dabei sind es nicht die höchsten Bäume. Die Sequoias sind nicht so hoch wie ihre verwandten Arten, die Küstenmammutbäume am Pazifik, aber deutlich massiver. Sie können vom Umfang deutlich größer werden und verjüngen sich nach oben nicht so stark. Das führt zu einem deutlich größeren Volumen, was ihnen den Titel des größten Baums und des größten Lebewesens auf diesem Planeten einbringt. Optisch sind sie beeindruckend aber irgendwie finden wir die Redwoods um einiges eleganter.
King Canyon National Park
Obwohl der Canyon diesem Park seinen Namen gab, kann man auch hier die großen Mammutbäume bestaunen. Wir parken am Parkplatz der General Grant Grove. Das touristische Highlight ist ein Spaziergang durch eine Gruppe besonders alter und großer Sequoias, das Gebiet des ursprünglichen Nationalparks. Nach General Grant wurden nicht nur der ursprüngliche Park, sondern auch der größte Baum im Gebiet benannt. Der General Grant Tree ist der zweitgrößte Mammutbaum der Welt, der größte, der General Sherman Tree, steht im Sequoia National Park direkt daneben. Die Höhe der Bäume lässt sich schwer erfassen (~82 Meter oder etwa 13,5 Pandalängen oder die 1,5-fache Höhe des Hermannsdenkmals vom Sockel bis zur Schwerspitze). Von unten wirken sie alle gigantisch. Die tatsächlichen Ausmaße werden besser beim Blick auf den Stammdurchmesser deutlich, der 8,8 Meter beträgt, gemessen in 1,4 Meter Höhe über dem Boden. Diese Größe hat frühe Siedler dazu bewogen, in den gefallenen und ausgehöhlten Bäumen kleine Hütten einzurichten. Selbst Simon kann bequem aufrecht durch den Baumtunnel gehen. Auf diesem Spaziergang kann man sich Zeit nehmen, um die Größe der Bäume wirklich zu erfassen.
Es ist Frühling, und viele verschiedene Bäume, Büsche und Blumen blühen. Gegen etwas in dieser Botanik bin ich wohl allergisch.
Hier gibt es aber auch noch tolle andere Wanderwege. Die haben wir mal wieder mit den Laufschuhen erkundet.
Sequoia National Park
Zwischen dem Kings Canyon und dem Sequoia National Park liegt der Sequoia National Forest. Hier ist es legal zu campen, doch da die Zufahrtstraßen zu den eigentlichen Campingplätzen gesperrt sind, stehen wir für eine Nacht einfach auf dem großzügigen Parkplatz der Picknickarea.
Am Morgen geht es weiter in den Nationalpark.
Der Sommerparkplatz am General Sherman Tree ist offen und schon morgens gut gefüllt.
Der größte Baum der Welt zieht viele an, und auch wir schauen dort vorbei und versuchen, ihn zusammen mit uns zu fotografieren.
Wir möchten aber noch ein bisschen im Wald wandern gehen und biegen auf den Congress Trail ab und gelangen von dort auf den Trail of the Sequoias.
Unterwegs sieht man viele Bäume, die zeigen, wie widerstandsfähig die Mammutbäume gegen Feuer sind. Viele tragen Brandnarben oder sind stark verbrannt, bleiben aber immer noch grün.
Je weiter wir uns vom General Sherman Tree entfernen, desto wilder wird der Weg. Man kann ihn immer gut erkennen, nur muss man hin und wieder über umgefallene Bäume klettern oder auch darunter hindurch.
Wir kommen an einigen sehenswerten Bäumen vorbei. Tharp’s Log ist ein umgefallener Baum, der zu einer kleinen Hütte ausgebaut wurde. Der Chimney Tree steht nur noch zur Hälfte und ist innen ausgebrannt, da hätten wir unseren Panda aufrecht reinstellen können, wenn er durch den Eingang passen würde.
Wir biegen auf den Washington Tree Trail ab und treffen am McKinley Tree wieder auf den Congress Trail, der unsere Runde komplettiert. Diese Wanderung war etwa 12,6 Kilometer lang mit 460 Höhenmeter.
Ein paar Tiere haben wir auch noch gesehen. Das Reh lässt sich von den vielen Menschen um es herum nicht stören und schlendert entspannt durch den Wald, während die Spechte die Menschen einfach ignorieren. Den Preis für die ausgefallenste Frisur bekommt die kalifornische Wachtel für ihre charakteristische Federkrone auf dem Kopf.
Auf dem Weg raus aus dem Park halten wir noch beim Giant Forest Museum. Die Ausstellung ist ganz nett, aber der eigentliche Grund für einen Stopp ist der Sentinel Tree vor dem Museum. Hier kann man nochmals versuchen, die Ausmaße dieses Baums zu erfassen, Größe und Stammdurchmesser sind am Boden markiert.
Ab hier ist die Straße nach Süden in Richtung Three Rivers und damit aus dem Park heraus nur noch für Fahrzeuge bis 24 Fuß (~7 Meter) freigegeben. Wir sind dankbar, dass wir uns für unseren kompakteren Van entschieden haben und nicht einen noch größeren Camper genommen haben. Auf der schmalen Straße geht es nun Serpentine um Serpentine hinab ins Tal.