Ontario

Yosemite National Park

Yosemite National Park

Nehmt euch Zeit für diesen Nationalpark. Es gibt so viel zu entdecken.
Um diese Jahreszeit (Anfang April) ist es ein bisschen Glücksspiel mit dem Wetter. Wir haben richtig Glück und können den Park bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel genießen. Da es das Osterwochenende ist, tun das auch Tausende anderer Menschen. Auch hier gilt noch der Wintermodus. Einige Straßen und viele der Campingplätze sind noch gesperrt. Camp 4, das nur für Zelte ist, platzt aus allen Nähten und der Upper Pines Campground im Tal ist restlos ausgebucht. Es gibt noch zwei offene Campingplätze an den Ausgängen vom Park. Die sind aber so nah am Ausgang, dass man auch ohne Probleme im National Forest außerhalb des Parks stehen kann.

Wir verbringen zwei Nächte am nördlichen Ausgang des Nationalparks (Big Oak Flat Entrance), um das Hetch-Hetchy-Reservoir und die Mammutbäume anzuschauen. Danach zwei Nächte an der Straße in der Nähe von El Portal, weil es von hier am kürzesten zurück ins Tal ist. Wir verlassen den Nationalpark in Richtung Fresno und bleiben noch zwei Nächte am Goat Meadow Hill kurz vor Fish Camp.

Der Park ist total überlaufen und Parkplätze vor allem an den beliebtesten Punkten sind rar. Es gibt zwei Alternativen. Zu fast allen Wanderparkplätzen und Sehenswürdigkeiten im Park kommt man super mit dem Fahrrad (Ausnahme: Bridalveil Wasserfall). Wenn man eine Wanderung macht bei der Start und Ziel nicht identisch sind kann man die kostenlosen Busse nehmen. Es gibt im Tal zwei Linien: die grüne Linie fährt die große Runde einmal komplett, und die lilane Linie bedient nur den östlichen Teil des Tals. Fast alle Straßen im Yosemite Tal sind Einbahnstraßen! Das muss man bei der Planung beachten.

Das Beeindruckendste im Park ist die Geräuschkulisse der vielen Wasserfälle: ein konstantes Tosen von hunderten Kubikmetern Wasser, die mehrere Hundertmeter in die Tiefe stürzen.

Wasserfall

Hetch Hetchy Reservoir

Wir fahren aus der Richtung von Sacramento in den Park. Von hier aus gibt es zwei Möglichkeiten: Man kann zum Hetch-Hetchy-Reservoir abbiegen oder weiter in Richtung Yosemite Valley fahren (ca. 1 Stunde Autofahrt). Wir machen eine Kombination aus beidem. Zunächst fahren wir zum Tuolumne Grove, wo es Sequoia-Mammutbäume gibt. Der Parkplatz liegt nur 15 Minuten vom Big Oak Flat Parkeingang entfernt. Im Winter ist die Tioga Road, die in die Höhenlagen des Parks führt, gesperrt. Vom Parkplatz aus kann man einen schönen Spaziergang (4 km, 200 hm) hinunter zu den Mammutbäumen machen. Wir sind an einem Tag dort, wo am Morgen noch der Nebel in den Wäldern hängt. Das macht alles noch ein bisschen mystischer. Den Merced Grove etwas näher am Parkeingang kann man sich sparen.
Danach fahren wir wieder raus aus dem Park und biegen zum Hetch Hetchy Reservoir ab. Der Staudamm dient als Wasserreservoir für die Bay Area, und der See mit den Wasserfällen und steil aufragenden Felswänden erinnert ein bisschen an einen norwegischen Fjord. Die kleine Wanderung (7,5 km, 380 hm) zum Fuß des Wapama-Wasserfalls ist sehr schön und hat nicht viel Steigung. Man muss sich nur durch den finsteren Tunnel trauen und sollte eine Regenjacke einpacken, da die Gischt einen ziemlich nass macht.

Wenn man aus der Richtung von Sacramento kommt, ist es ein toller Einstieg in die Mammutbäume und die Wasserfälle, bevor man ins Yosemite Valley und den Sequoia National Park fährt. Kommt man aber aus der anderen Richtung, war schon im Valley und hat schon vorher Mammutbäume gesehen, ist man hier vielleicht nicht mehr ganz so beeindruckt. Wer die Zeit für einen extra Tag hat, kann ihn hier entspannt genießen. Wenn das Wetter schlecht ist oder man es eilig hat, kann man es weglassen.

Hetchy

Laufen Valley Loop Trail

Natürlich haben wir auch einen Lauf im Yosemite Valley gemacht. Die schwierigen Höhenmeter haben wir uns für die Wanderungen aufgehoben, sodass eigentlich nur der Valley-Loop Trail übrig blieb. Die 17 Kilometer lange Runde führte uns am Mirror Lake vorbei, und im Tenaya Creek holten wir uns nasse Füße. Ansonsten hat man einen tollen Blick auf die umliegenden Steilwände und Wasserfälle.

Laufen

Wandern

Man kann hier aus dem Vollen schöpfen, doch eines sollte man sich klar machen, bevor man losmarschiert: Man befindet sich in einem Talkessel, und die Berge ragen mehr als 1000 Meter steil auf. Das sorgt vor allem im Frühjahr für atemberaubende Wasserfälle. Das heißt aber auch, dass man auf ziemlich jeder Wanderung einige Höhenmeter bewältigen muss. Die einzige Option ohne Höhenmeter ist der Valley Loop Trail, den haben wir als Laufstrecke genutzt. Wenn man nah an einen Wasserfall heranwill, muss man aber nicht unbedingt weit wandern. Zum Bridal Veil Wasserfall und zum Yosemite Wasserfall sind es nur ein paar hundert Meter vom Parkplatz.

Nevada Falls

Einer der beliebtesten Wanderwege im Park ist der Mist Trail unterhalb des Vernal-Wasserfalls. WICHTIG: Dieser Trail kann je nach Wetterlage gesperrt sein. Wir parken unsere Fahrräder unweit der Bushaltestelle Happy Isles (hier fahren beide Linien). Auf den ersten Blick sieht der John Muir Trail harmlos aus, wie er am Fluss entlangführt, aber schon nach wenigen hundert Metern geht es nach links und dann steil den Berg hinauf. Nach knapp einer Meile erreicht man die Brücke, die auf die andere Seite des Merced River führt. Hier kann man nochmal die Wasserflaschen auffüllen und dann weiter aufsteigen. Entweder folgt man dem John Muir Trail oder dem Mist Trail. Letzteren sollte man, wenn freigegeben, für den Aufstieg nutzen und den anderen für den Abstieg. Der Mist Trail führt einen direkt in die Gischtwolke des Vernal-Wasserfalls. Über mehr als 600 Treppenstufen aus blankem Granit (wir haben nicht selber gezählt) geht es hinauf zur Klippe, von der der Wasserfall in die Tiefe stürzt. Wenn es hier friert, sind die Stufen mit Eis bedeckt. Oben angekommen können wir uns in der Sonne wieder trocknen lassen. Am Silver Apron, der wie eine riesige Wasserrutsche aussieht, kann man über den John Muir Trail wieder absteigen oder weitergehen zum Nevada-Wasserfall. Der liegt nochmal 2 km weiter den Weg entlang und 250 Höhenmeter oberhalb des Vernal Wasserfalls. Wir machen auch noch diesen letzten Abschnitt und bereuen es nicht. Die Aussicht ist grandios, sowohl auf den Wasserfall als auch ins Tal. Wer früh genug losläuft und fit genug ist, kann von hier aus auch noch über den Panorama-Trail zum Glacier Point weitergehen. Ab hier wird es auch weniger voll auf den Wegen. Von der Bushaltestelle bis zur Klippe des Nevada-Wasserfalls sind es 4,6 Kilometer und über 600 Höhenmeter. Wenn man den Weg über den John Muir Trail anstatt des Mist Trails nimmt, sind es 11 Kilometer und noch ein paar Höhenmeter mehr.

Vernal Wasserfalls

Glacier Point

Im Sommer ist der Weg zum Glacier Point ganz einfach. Man nimmt den Bus und lässt sich hochfahren oder nutzt ihn entweder für den Weg rauf oder runter. Im Winter fährt dieser Bus nicht und man muss die gut 1000 Höhenmeter selbst bewältigen. Der kürzeste Weg nach oben führt über den Four Mile Trail die Westflanke hinauf. Auf den Parkplatz am Trailhead passen vielleicht 6 Autos. Man kann entweder auf den grünen Shuttle Bus ausweichen oder auf den Parkplatz in der Day-Use Area am Sentinel Beach ausweichen. Zumindest im Winter ist es hier nie überfüllt. Der Four-Mile-Trail ist tatsächlich eher 5 Meilen lang, also circa 8 Kilometer. Serpentine um Serpentine schlängelt er sich den Berg hinauf.Die Belohnung ist ein fantastischer Blick auf den kompletten Yosemite Wasserfall auf der anderen Seite des Tals. Oben am Glacier Point angekommen, kann man den gesamten östlichen Teil des Tals überblicken. Es ist den Aufstieg allemal wert. Wenn man genug hat, kann man von hier aus im Sommer den Bus nehmen oder dreht um und steigt über denselben Weg wieder hinab. Wer noch Energie hat, kann über den Panorama-Trail zum Nevada-Wasserfall wandern und dann über den John-Muir-Trail wieder hinunter ins Tal wandern. Das sind dann 22 Kilometer und fast 2000 Höhenmeter. Man sollte es sich gut überlegen, ob man das machen will. Wir machen diese Runde und nehmen für die 5 Kilometer zurück zum Parkplatz den Shuttle Bus. Da wir gerade einen Bus verpasst haben, dauert das deutlich länger, als wir zu Fuß benötigt hätten. Aber irgendwie hatten wir genug für den Tag.

Wenn man jetzt clever kombiniert, sieht man die Wanderung, die man eigentlich machen sollte: von der Happy Isles Bushaltestelle über den Mist Trail zum Nevada-Wasserfall und dann über den Panorama-Trail zum Glacier Point. Das hat den Vorteil, dass man am Welcome Center parken kann, die kürzere lilane Linie nehmen kann und dann sowohl den Mist Trail als auch den Glacier Point in einem Zug machen kann. Beim Rückweg muss man dann auch nicht ewig im Bus sitzen, um zurück zum Ausgangspunkt zu kommen. Also, wenn ihr die lange Tour machen möchtet, seid cleverer als wir.

GlacierPoint

Mariposa Grove

Eigentlich hatten wir uns noch eine schöne Laufstrecke im Mariposa Grove rausgesucht. Dieser liegt direkt hinter dem südlichen Parkeingang an der Wawona Road, und die Zufahrtsstraße war auch wieder freigegeben. Wir hatten kurz außerhalb des Parks übernachtet und dachten, dass wir schnell noch einen Abstecher machen könnten, bevor wir nach Fresno fahren. Als wir vom Waldweg auf die Straße abbiegen wollten, standen dort schon die Autos Schlange, um in den Park zu kommen. Das war 1 Kilometer vor dem Parkeingang. Wir sind dann nach links in Richtung Fresno abgebogen und an weiteren wartenden Autos vorbeigefahren.
Wenn man in den Yosemite National Park fahren will, muss man früh aufstehen. Man sollte vor 8 Uhr an den Mautstellen sein oder, wenn man das Glück hat, einen Campingplatz zu bekommen, am späten Nachmittag anreisen.

Blinder Passagier

Wir haben nach dem Yosemite National Park zwei Tage in der Goat Meadow Snowplay Area im Sierra National Forest übernachtet. Es gab keinen Schnee zum Spielen, aber knallrote Snow Plants. Die eigentliche Mission des Tages war aber, den blinden Passagier loszuwerden, der sich eingeschlichen hatte. Die Maus hatte schon einen Buff zerbissen und klapperte nachts durch den Camper. Wir haben also Stück für Stück den ganzen Camper ausgeräumt und irgendwann das Nest in einem Hohlraum unter der Stockstange gefunden. Die Maus ist dann geflüchtet. Entweder hat sie sich dann zurückgeschlichen (trotz Umparken) oder es war mehr als eine. In der kommenden Nacht haben wir es dann wieder rascheln gehört. Um 3 Uhr nachts hatten wir sie dann eingefangen. Am nächsten Morgen haben wir sie dann weit weg vom Parkplatz im Wald ausgesetzt und sind sofort weiter gefahren.

Maus