Mammoth Cave
- Kirsten
- November 15, 2025
- sightseeing
Mammoth Cave
Der Shutdown ist beendet und die National Parks sind wieder geöffnet. Rike hat uns empfohlen auf dem Weg nach Knoxville hier halt zu machen. Es ist Samstag, es gibt gutes Wetter und es ist ziemlich voll. Für eine geführte Tour hätten wir uns früher anmelden müssen. Zum Glück kann man die Höhle auch selbst erkunden. Allerdings nur noch heute, und der letzte Einlass ist um 14 Uhr. Ich schaue auf die Uhr, die 14:15 anzeigt. Der Ranger am Infostand lächelt nur und erklärt uns, dass wir mal wieder unbemerkt die Zeitzonengrenze überschritten haben und es hier 13:15 Uhr Ostküstenzeit ist. Vielleicht sollten wir doch mehr Zeit in die Planung investieren oder einfach weiter auf unser Glück vertrauen. Der National Park nimmt keinen Eintritt, weswegen die Dame am Ticketschalter uns keinen America Beautiful Pass verkaufen will, da wir ja sonst vielleicht einen Monat verschenken würden. Unser Argument, dass wir ja eh nur 6 Monate in den USA sind und dass es Ankündigungen gibt, die Preise für die Pässe anzuheben, tut sie ab. 10 Tage später verkündet das Weiße Haus, dass Touristen für den Pass ab 2026 250$ zahlen müssen anstatt der üblichen 80$. Für den Eintritt in die Höhle muss man dann aber doch noch ein Ticket lösen: 30$ für zwei Personen.
Der öffentlich zugängliche Teil der Höhle ist nicht besonders tief, aber dafür riesig. Mit 10 Metern Deckenhöhe und 8 Metern Breite würde hier nicht nur ein Mammut reingepassen. Tatsächlich hat der Name seinen Ursprung in der Größe der Höhlen und hat nichts mit den ausgestorbenen ,flauschigen Elefanten zu tun. Bei einigen der geführten Touren kann man mit einem der Ranger tiefer in das Höhlensystem vordringen. Wir sind aber auch so schon beeindruckt, wie klein man sich auch unter der Erde fühlen kann. Der Vorteil daran, dass wir so spät dran sind, ist, dass in der Höhle nicht mehr viel los ist und wir ganz entspannt hindurch schlendern können.
Nur wenige hundert Meter vom Besucherzentrum entfernt gibt es einen Campingplatz. Der ist jetzt in der Nebensaison zwar nur zu einem Teil geöffnet, hat aber noch Platz für uns. Wir machen noch einen Spaziergang durch den Wald und entspannen uns dann für den Rest des Abends. Am nächsten Morgen räumen wir noch etwas auf, füllen Frischwasser auf, entledigen uns des Grauwassers und nutzen die Münzduschen am Campingplatz. Danach geht es weiter in Richtung Osten.
Daniel Boone National Forest
An der 192 zwischen Somerset und London liegt der Daniel Boon National Forest. Wir hätten auch über Nashville fahren können, aber uns war mehr nach Natur als nach Großstadt. Am Ende einer Schotterstraße liegt der Little Lick Camping Ground. Da hier kein Jagdsgebiet ist, ist der Campingplatz vollkommen leer. Später kommt noch ein Pickup, aber der Platz ist groß genug, dass jeder seine Ruhe hat. Wir machen zwei Tage nicht viel mehr als spazieren, lesen, Lagerfeuer und Sterne gucken.
Cumberland Falls State Park
Wir haben den ganzen Tag Zeit, bis nach Knoxville zu kommen, und so machen wir noch einen Abstecher zum Cumberland Falls State Park, bevor wir bei Wiliamsburg auf die I-75 auffahren. Vom Campingplatz aus nehmen wir die 1193 nach Süden, die auf alle Fälle in die Kategorie Scenic Route fällt und sich mit unglaublich vielen Kurven durch den Wald schlängelt. Über die 90 kommt man dann zu dem Cumberland Falls. Der Wasserfall wird auch als little Niagara angepriesen. Das ist weder passend noch hat er dieses Marketing nötig. Jetzt unter der Woche im Herbst ist nicht viel los und man kann ganz entspannt einen Spaziergang am Fluss entlang zu einem kleinen Strand machen. Im Sommer gibt es einen Kanuverleih und zu Vollmond erzeugt die Gischt des Wasserfalls wohl einen leuchtenden Moonbow um den Mond. Dem gleichnamigen Trail und mehreren anderen Wanderwegen könnte man hier viele Kilometer in den Wald folgen.
Von März bis in den Juni ist Tornado Season. In dieser Zeit sollte man ein Auge auf den Wetterbericht haben und auch Ausschau nach Tornado-Sheltern halten. In öffentlichen Parks und Einrichtungen sind dies oft die Toiletten. Shelter-in-Place-Anordnungen können mehrere Stunden lang andauern. Am 16. Mai 2025 zog ein Tornado von Somerset aus nach Osten über den Daniel Boone National Forst bis nach London. Fast anderthalb Stunden war der Tornado aktiv und legte eine Strecke von fast 100 Kilometern zurück. Er hinterließ eine Schneise der Verwüstung und tötete 19 Menschen.