Illinois, Indiana und Kentucky
- Kirsten
- November 14, 2025
- natur
Wir verbringen nicht viel Zeit in Illinois, Indiana und Kentucky. Wobei Zeit hier gar nicht so einfach zu messen ist. Wir befinden uns an der Zeitzonengrenze zwischen Eastern und Central Time. Manchmal merken wir gar nicht, wie wir Zickzack über diese unsichtbare Grenze fahren. Mehr als einmal wundern wir uns nur, dass der Sonnenstand nicht zur Uhrzeit passt oder die Abfahrts- und Ankunftszeiten im Navi nicht zur zurückgelegten Strecke passen. Der Winter, den wir schon in Chicago kennengelernt haben, sitzt uns im Nacken und deshalb fahren wir relativ lange Strecken. Ein paar schöne Ecken haben wir dann aber doch besucht.
The Bison of Kankakee Sands
Den ersten Stop machen wir eher spontan. Bisons klang einfach spannend. Früher liefen Bisons frei über die endlos wirkenden Steppen. The Nature Conservancy kümmert sich heute um die 4000 Hektar Land und die darauf lebende Bisonherde. Das umzäunte Gelände ist in zwei Abschnitte unterteilt. Je nachdem, wo gerade die Bisons stehen, kann man auch einen kleinen Spaziergang durch die Steppe machen. Das Besucherzentrum hat leider geschlossen, aber die Informationstafeln sind gut gemacht und man kann von verschiedenen Aussichtspunkten die Bisons beobachten. Wir machen Mittagspause und beobachten die Herde, was einen fast meditativen Effekt hat.
Forest Glen County Preserve
Auch wenn Indiana aus vielen Agrarflächen besteht, gibt es immer wieder tolle Wälder und Parks, in denen man super laufen kann. Einer davon ist das Forest Glen County Preserve. Das 725 Hektar große Gebiet liegt zwischen Georgetown, Indiana, und Cayuga, Kentucky, direkt an der Grenze der beiden Bundesstaaten. Wir gehen hier laufen und schlängeln uns durch einen wunderschönen Herbstwald. Die Uhr steigt nach 2 Stunden aus, wir kommen aber wieder am Camper an. Werden etwas über 16 Kilometer gewesen sein.
Hoosier National Forest
Auf dem Weg in Richtung des Mammoth Cave National Parks machen wir noch einen Stop im Hoosier National Forest. In diesen vom US Forest Service verwalteten Gebieten gibt es fast immer Dispersed-Camping-Möglichkeiten, Plätze im Wald, auf denen Camping erlaubt ist. Das und die Möglichkeit auf eine schöne Wanderung waren die Motivation, hier zu übernachten. Eines haben wir aber nicht bedacht: Die Jagdsaison hat begonnen. Alle Campingplätze sind belegt von gut ausgerüsteten Jagdgesellschaften mit großen Pickup Trucks. Da es schon dunkel ist, stellen wir uns irgendwann auf einen Parkplatz, der eigentlich nur für Tagesausflüge vorgesehen ist.
Am nächsten Tag verschaffen wir uns erstmal einen Überblick vom Hickory Ridge Lookout Tower. Dieser 34 Meter hohe Turm diente als Aussichtsposten, um Waldbrände zu entdecken, und überragt die Wipfel der Bäume um einige Meter. Wenn man ihn besteigen will, sollte man schwindelfrei sein. Durch die Stufen kann man bis nach unten durchschauen und oben schaukelt die Spitze leicht im Wind. Aber der Ausblick ist grandios.
Wir wollen heute zur Patton Cave wandern. Am Grubb Ridge Trailhead und auf dem Weg dorthin sieht man einige Männer mit Waffen durch den Wald stiefeln.
Nicht nur Gewehre, sondern auch Armbrüste sind dabei. Die Wanderwege sind tabu, aber wir entscheiden uns trotzdem, in Warnwesten wandern zu gehen.
Am Eingang zum Trail steht, dass es Sturmschäden gibt und der ein oder andere Baum auf dem Weg liegt. Das ist eine grandiose Untertreibung und wir machen den ein oder anderen Umweg durchs Unterholz oder klettern über und unter Bäumen hindurch.
Die Höhle finden wir dann aber doch noch. Insgesamt 12 Kilometer Abenteuerpfad im Herbstwald bei bestem Wetter.
Als wir zum Panda zurückkommen, ist er belagert von mehreren Dutzend Marienkäfern. Die haben es besonders auf die Spalten an den Türen abgesehen und haben es auch ins Auto geschafft.
Wir brauchen zwei Stops, bis wir die meisten losgeworden sind, und lernen dabei, dass Marienkäfer tatsächlich beißen, wenn man sie von ihrem neuen Lieblingsplatz verscheuchen will.
Kentucky
In Louisville, Kentucky, nehmen wir noch einen Parkrun mit, bevor es weiter nach Süden zum Mammoth Cave Nationalpark geht. Wir wollen eigentlich zu Kentucky’s Fried Chicken (KFC), aber uns wird von mehreren Läuferinnen davon abgeraten. Ob sie unsere Alternative befürworten würden, ist aber auch zu bezweifeln. Wir starten unseren American-Fast-Food-Test mit einer Ostküstenkette. White Castle gestaltet seine Filialen, wo immer möglich, tatsächlich wie kleine weiße Ritterburgen. Sie sind bekannt für ihre Mini-Burger, von denen zum Standardmenü immer zwei gehören. Geschmacklich überzeugt aber keine der zwei Varianten, die wir probieren. In Kombination mit einem Getränk, das bestimmt auch im Dunkeln rot leuchtet und so schmeckt wie dieses Bum-Bum-Eis mit dem Kaugummistiel, streichen wir White Castle von der Schnellimbiss-Liste.