Ontario

Chigaco

Wetter

Chicago liegt am südlichen Ende des Lake Michigan. Winterstürme können über die Great Lakes und speziell über dem Lake Michigan große Mengen an Wasser aufnehmen und dieses dann als Schnee über Chicago bringen. Besonders betroffen ist die Seite, die direkt am See liegt. Der Wind trifft hier mit voller Wucht auf die Stadt. Die stärksten Blizzards bringen bis zu 21 feet (also etwa 6 Meter oder eine Panda-Länge) Schnee. Dazu kommen sehr niedrige Temperaturen. Im Sommer gibt es als Ausgleich Tornados.

Wir erleben nur eine Mini-Version eines Blizzards und Chicago wird nicht mal voll getroffen. Wir wollen aber trotzdem nicht bei dem Wetter fahren und uns auch nicht den Stadtverkehr antun.

Public Transport

Wir haben den ultimativen Übernachtungstipp von zwei Freunden bekommen. In Westmont an der Bethel Evangelical Lutheran Church kann man gegen ein kleines Entgelt parken. Von dort können wir bequem mit dem Zug nach Chicago fahren. Stella hat uns nicht nur hervorragend bekocht, sondern auch mit einem Lunchpaket ausgestattet, sodass wir warm eingepackt sind für den Chicago-Trip.

Als wir aufstehen, ist das Dachfenster eingeschneit. Die Heizung hat aber gut funktioniert und weder der Abwassertank noch wir sind eingefroren.

Von Westmont geht es mit der grünen BNSF-Linie in 48 Minuten zur Union Station im Herzen von Chicago. Wir konnten am Bahnhof kein Ticket lösen und mussten dann im Zug für 5,50$ pro Person ein Fahrschein kaufen. Ein Tagesticket kostet 11$, gibt es aber nicht im Zug. Während der Fahrt schauen wir dem Schneegestöber vor dem Fenster zu.

Bahn

Sightseeing

Ein Städtetrip bei 3 °C und Schneefall muss man anders angehen als einen bei 20 °C und Sonnenschein, wobei die Sonne irgendwann auch wieder herauskommt. Als wir an der Union Station ankommen, schneit es richtig. Wir wollen zuerst zur Touristeninformation und machen uns zu Fuß durch die Hochhausschluchten auf zu Macy’s.

Auf dem Weg kommen wir am Weihnachtsmarkt vorbei. Der ist noch nicht ganz aufgebaut, aber den Stand von Käthe Wohlfahrt kann man schon erkennen – ein Stückchen Rothenburg ob der Tauber mitten in Chicago. Das Macy’s-Kaufhaus ist ein bisschen wie das KaDeWe: teure Marken, tolle Weihnachtsdeko und ziemlich verwinkelt.

Wir brauchen etwas, bis wir den Stand der Touristeninformation finden. Die nette Dame kann uns dann aber ein paar gute Tipps und einen Stadtplan geben. Wir starten zu Fuß in Richtung Uferpromenade. An der Ecke Michigan und Randolph steht das Chicago Cultural Center. 1897 als erste Bibliothek von Chicago eingeweiht, ist es heute ein Kunst- und Kulturzentrum. Es gibt ein umfangreiches Angebot an Veranstaltungen und eine kostenlose Kunstausstellung mit wechselnden Themen.

Im oberen Stockwerk kann man die beiden Glaskuppeln bewundern. Der Tiffany Dome ist eine wunderschöne Glaskunstarbeit. Dass das Gebäude der Literatur gewidmet ist, erkennt man an den hunderten von Schriftstellernamen, die überall im Gebäude zu finden sind. Hier kann man ganz entspannt auf Entdeckungstour gehen. Der Aufenthaltsbereich im Erdgeschoss ist nicht ganz so extravagant, aber ideal für die Mittagspause.

Direkt auf der anderen Straßenseite beginnt der Millenium Park, in dem eines der Wahrzeichen von Chicago steht. Das Cloud Gate-Kunstwerk von Anish Kapoor besteht aus spiegelblankem Stahl und ist etwa 10×13×20 Meter groß. Die Form lässt sich am besten mit dem Spitznamen “The Bean” beschreiben – die Bohne. Die spiegelnde Oberfläche lädt zu kreativen Fotomotiven ein.

Den Rest des Parks erkunden wir nach unserem Abstecher zum Zoo; der Bus fährt praktischerweise genau hier am Park ab.

Sightseeing

Lincoln Park Zoo

Chicago leistet sich einen eintrittsfreien Zoo. Wir fahren mit dem Bus raus, da es zu Fuß doch ein bisschen weit wäre und der Bus direkt am Haupteingang hält. Das Tagesticket kostet 5$ und der Bus ist schön warm.

Für dieses kalte Wetter ist der Zoo ideal. Immer wenn es einem zu kalt wird, kann man in eines der Häuser gehen und sich aufwärmen, während man die Vögel im “Dschungel” sucht oder dem Zwergnilpferd beim Tauchen zuschaut. Der Eisbär passt gut in die verschneite Landschaft, die Löwen hocken auf ihren beheizten Steinen im Außengehege und stapfen nur vereinzelt durch den Schnee.

Wir verlassen den Zoo über den Südausgang. Von der Brücke über den kleinen See hat man einen fantastischen Blick auf die Skyline der Stadt. Am Ende des Parks finden wir auch wieder einen Bus, der uns zurück zum Millenium Park bringt.

Zoo

Millenium Park

Im Sommer kann man hier bestimmt wunderbar den ganzen Tag verbringen. Es gibt Spielplätze, Kletterwände, Springbrunnen, Bänke und eine wunderschöne Uferpromenade. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt, einsetzender Dunkelheit und Wind ist die Devise: immer in Bewegung bleiben. Aber es ist ein schöner Spaziergang, an dessen Ende wir uns mit Pizza belohnen.

Millenium

Pizza

Wir schließen den Tag mit einem Stück Deep-Dish-Pizza ab. Ein Chicago-Klassiker. Man sollte nicht den Fehler machen und für jede Person eine ganze Pizza bestellen. Ein Stück reicht für die meisten Menschen aus. Diese Pizza gehört zu den Pfannenpizzen, wobei die tiefe Form eher in Richtung Springform geht. Auf den Teig kommt erst der Käse, dann der Belag und oben drauf die Tomatensauce. Super lecker und genau das Richtige nach einem langen Tag in Chicago.

Unsere Wahl fällt auf The Art of Pizza. Dieser kleine Laden liegt nicht nur ideal auf unserer Route zwischen dem Millenium Park und der Red Line der Hochbahn, sondern wurde auch vom Chicago Tribune zur besten Pizza Chicagos erklärt. Ob das stimmt, können wir mit einer Stichprobe von eins nicht verifizieren, aber sie ist richtig lecker.

Pizza

Back to the Start

Nach einem vollen Tag und mit vollem Magen fahren wir mit der Hochbahn zurück zur Union Station und dann mit dem Zug zurück nach Westmont. Der öffentliche Nahverkehr in Chicago ist super. Man kann locker etwas weiter außerhalb starten und muss nicht mitten in die Stadt hineinfahren. Im Winter gibt es viele Orte, an denen man etwas entdecken und sich zwischendurch immer wieder aufwärmen kann.

tram