Sault Ste. Marie
- Kirsten
- November 1, 2025
- bürokratie laufen stadt
Sault Ste. Marie gibt es zu beiden Seiten des St. Marys River. Einmal in Ontario, Kanada und einmal in Michigan, USA. Hier wollen wir über die Sault Ste. Marie International Bridge von Kanada in die USA einreisen. Unsere Hoffnung ist, dass hier nicht zu viel los ist und dass, wenn die Städte schon identisch heißen, die Menschen auf beiden Seiten der Grenze ein gutes Verhältnis zueinander haben und die Grenzbeamten nicht gestresst sind. Auf Manitoulin Island haben wir auch gemerkt, dass der Winter vor der Tür steht und wir wollen nicht in Schnee geraten, also ist klar, dass wir jetzt nach Süden abbiegen müssen.
Halloween
Wenn einem von einer Leprikorn im Casino erlaubt wird, über Nacht auf dem Parkplatz zu stehen, dann ist Halloween. Ob ein Wesen, das weniger Glück bringt, uns das auch erlaubt hätte, bleibt wohl für immer unbeantwortet und ob es im Casino an dem Abend mehr Gewinner gab wohl auch. Zum Glück klopft auch niemand an unsere Tür und verlangt Süßigkeiten. Wir ziehen aber auch nicht selber los. Süßigkeiten gibt es trotzdem, aber erst am nächsten Tag. Die Halloween-Deko haben wir schon seit Monaten in den Gärten und Baumärkten gesehen. Heute spielen auch die Blue Jays ihr sechstes Spiel in der World Series gegen die LA Dodgers. Auch die Fans auf den Rängen haben sich passend zu Halloween verkleidet. Mein Favorit: Walter mit rot weiß gestreiftem Pulli im Rogers Centre, das 39.000 Menschen fasst. Ein besseres Wimmelbild gibt es ja fast nicht. Wir schauen einen Teil des Spiels auf einem Platz in der Innenstadt von Sault Ste. Marie. Bei 0 °C Außentemperatur kommt nicht so wirklich Biergartenstimmung auf und es sind nur ein paar Leute da. Das Highlight des Spiels verpassen wir dann auch. Ein Ball bleibt unter einer Feldbegrenzung stecken und wird als Ground Rule Double gewertet. Die Blue Jays hätten lieber den Home Run gehabt. So bekommen die Fans zumindest ein siebtes Spiel.
Park und Trail Run
Wir schaffen es mal wieder zu einem Parkrun. Im Ziel gibt es heiße Schokolade und alles an Halloween-Süßigkeiten, das die Leute nicht losgeworden sind und nicht selber essen wollen. Die Miniportionen erlauben uns, die verschiedenen Sorten durchzuprobieren. Jeder empfiehlt etwas anderes.
Erkenntnis: Es ist alles so furchtbar süß wie erwartet und das, was Farbe hat, leuchtet bestimmt auch im Dunkeln.
Wir werden auch eingeladen, am nächsten Tag bei einem Traillauf mitzukommen. Da sagen wir gerne zu. Es gibt am Ende auch noch einen Tipp, wo wir am besten unseren letzten kanadischen Dollar in Pizza umsetzen können, bei Gino’s. Mehr zu den Läufen gibt es in einem eigenen Artikel.
Bye Bye Canada
Der wichtigste Ort für uns in Sault Ste. Marie ist die Bibliothek. Zwei Tage verbringen wir damit, uns auf die Einreise in die USA vorzubereiten.
Wir machen online das I-94, das bei einer Einreise auf dem Landweg erforderlich ist, Kosten 30 $. Man kann das auch noch an der Grenze machen, aber alles, was den Prozess dort verkürzt, hilft. Da wir schon in Deutschland durch den Visa-Prozess gegangen sind, entfällt für uns das Beantragen eines ESTA.
Wir erstellen auch eine ungefähre Route, die wir fahren wollen und die einen Aufenthalt von sechs Monaten rechtfertigt. Selbst mit einem Visum, das einen Aufenthalt von bis zu sechs Monaten ermöglicht, liegt es im Ermessen der Grenzbeamten, wie lange man dann tatsächlich bleiben darf.
Von einer Läuferin kriegen wir noch ein kurzes Briefing. Sie hat mal bei der Border Patrol gearbeitet. Vormittags ist am besten und immer schön freundlich sein. Eigentlich sagen alle, dass hier ein guter Ort ist, um rüberzufahren.
Aus den Stories, die dann von verschiedenen Leuten folgen, kann man zwei Dinge ableiten:
- Je größer die Stadt und der Übergang, desto eher gibt es Probleme.
- In Grenznähe immer aufpassen, welchen Abzweig man nimmt, sonst ist man plötzlich mitten in der Grenzkontrolle, auch wenn man gar nicht rüber wollte.
Am 03.11. fahren wir also in einem geputzten und aufgeräumten Panda zur Grenze. Im Kühlschrank haben wir nur noch ein halbes Glas Gewürzgurken und in unserer Dokumentenmappe alles von den Pässen über Versicherungspapiere bis zur ausgedruckten Reiseroute. Ach ja, das Fahrerfenster lässt sich auch wieder automatisch absenken und hochfahren.
Hier eine Checkliste für die Grenzüberfahrt von Kanada in die USA mit einem Camper, keine Garantie auf Vollständigkeit:
- Online ausgefülltes und bezahltes I-94
- Kfz-Versicherung für die USA
- Vorher einmal in der Waschstraße vorbeifahren und auf die Radkästen achten (Stichwort Tierseuchenschutz)
- Grober Reiseplan für die Zeit, die man in den USA verbringen will
- Adresse von Übernachtungsplätzen mindestens für die erste Nacht
- Kühlschrank leer räumen. Am besten so wenig Lebensmittel wie möglich einführen, aber auf keinen Fall frisches Obst und Gemüse inklusive Kartoffeln oder irgendwelche tierischen Produkte. Trockenes und alles Gekaufte in Dosen und Gläsern ist in der Regel ok.
- Alles, was zeigt, dass man wieder ausreisen wird, zum Beispiel Arbeitsverträge oder Wohnungen, kann hilfreich sein.
- Kontoauszüge als Finanzierungsnachweis
- Immer die Wahrheit sagen
- Aber nicht zu viel erzählen