Ontario

Manitoulin Island

Eine Insel in einem See auf einer Insel …

Manitoulin Island ist weltweit die größte Insel in einem See (Lake Huron). Sie ist aber nicht komplett flach, sondern hat ein paar Täler und Hügel. So kommt es, dass es hier auch eine Vielzahl von Seen gibt, auf denen es wiederum Inseln gibt, rekursive Inseln. Mindemoya oder Treasure Island ist eine oder sogar die weltgrößte natürliche Insel in einem See auf einer Insel in einem See.

Verwirrt ? Im Lake Huron liegt Manitoulin Island, auf der sich der Lake Mindemoya befindet, in dem wiederum Treasure Island liegt. Kein großer Hingucker, aber witzig, wenn man darüber nachdenkt.

MS Chi-Cheemaun

Es gibt zwei Möglichkeiten, nach Manitoulin Island zu kommen. Entweder man nimmt die Fähre von Tobermory und landet dann im Südosten der Insel in South Baymouth, oder man fährt über die Little Current Swing Bridge im Norden der Insel. Der Fährverkehr ist auf die Sommermonate begrenzt. Von Mai bis Oktober fährt die Fähre zwei bis dreimal pro Tag. Wir nehmen die letzte Verbindung nach Manitoulin für dieses Jahr. Danach fährt sie noch ein letztes Mal zurück nach Tobermory, um dort die nächsten sieben Monate zu überwintern. Tickets gibt es online, aber zu dieser Jahreszeit ist sie auch nicht ausgebucht. Die Überfahrt dauert nicht ganz zwei Stunden.

Chi-Cheemaun bedeutet großes Kanu in Ojibwe. Die Fähre wurde 1974 in Dienst gestellt und fährt seitdem die Strecke zwischen Tobermory und South Baymouth. Ihr Alter sieht man der Fähre nicht an. In strahlendem Weiß und mit bunten Mustern am Bug sieht sie fast wie neu aus. Den neuen Anstrich hat sie wohl zum 50. Geburtstag bekommen.Ferry

Übernachten

Die Einstellung des Fährverkehrs zeigt es schon: Die Saison auf Manitoulin ist vorbei. Die Sommerferien kann man hier bestimmt toll verbringen. Es gibt viele Ferienresorts und Freizeitangebote, die aber jetzt fast alle geschlossen haben. Der Haupttourismus scheint im Osten der Insel stattzufinden, zwischen dem Fähranleger im Süden und der Brücke im Norden. Nach Westen hin dünnt es mehr und mehr aus. Für uns ist wieder das Problem, dass Wildcampen quasi überall verboten ist, aber auch keine Campingplätze mehr offen haben.

Im Westen der Insel gibt es einen HarvestHost, bei dem wir zwei Tage bleiben dürfen. Mit Lagerfeuer und Sternenhimmel lassen sich auch die kalten Temperaturen gut aushalten. Nachts fallen die Temperaturen mittlerweile knapp unter den Gefrierpunkt. Die Standheizung läuft aber einwandfrei.

HH

Wandern

Es gibt tolle Wanderwege auf der Insel und wir haben sie fast für uns alleine. In Gore Bay parken wir am Harold Noble Memorial Lookout, von dem man einen tollen Blick auf das Dorf hat. Wir spazieren hinunter bis zum Yachthafen, der bis auf ein Boot vollkommen verlassen ist. Selbst wenn wir einkehren wollten, könnten wir es nicht, denn das Restaurant und der Kiosk in der Hütte haben auch schon für dieses Jahr dichtgemacht.

Den zweiten Stopp machen wir in Kagawong. Von dort kann man am Fluss entlang zu den Bridal Falls spazieren. Wer nicht laufen will oder kann, parkt einfach am Parkplatz direkt daneben. Wir wollten auf der einen Seite des Flusses hin und auf der anderen wieder zurücklaufen, aber die hintere Brücke existiert nicht mehr. So muss ein Baumstamm als Ersatz herhalten. Der ist aber recht breit und der Fluss an der Stelle nicht sehr tief. Auf dem Rückweg, auf der linken Seite flussabwärts, kommen wir noch an einigen Skulpturen vorbei, die mitten im Wald stehen. Am bekanntesten ist das goldene Hirschkalb, aber auch die anderen Skulpturen fügen sich schön in die Natur ein.

Einer der bekanntesten Wanderwege ist der Cup and Saucer oder Michigiwadinong. Auf Fotos im Internet und auch auf einem Bild am Parkplatz kann man sehen, wie die Leute am Aussichtspunkt Schlange stehen, um ein Foto zu machen. Wir haben den Aussichtspunkt für uns alleine. Das ist der Vorteil, wenn man außerhalb der Saison da ist. Es gibt einige Höhenmeter, aber dafür hat man dann einen Ausblick über die ganze Insel. Die Wege sind allerdings nicht so gut und haben ein paar steile Passagen. Die feuchten Blätter machen es nicht einfacher. Den Adventure Trail lassen wir deshalb lieber aus, man kann den Pfad auch kaum ausmachen.

Im Misery Bay Ontario Park im Südwesten gibt es tolle Natur und tolle Wege. Hier ziehen wir aber die Laufschuhe an.

Wandern

Powwos

Auf Manitoulin Island gibt es mehrere Gebiete, die unter der Verwaltung verschiedener Ojibwe Gruppen stehen. Die größten Gebiete sind die der M’Chigeeng First Nation im Zentrum der Insel und der Wiikwemkong First Nation im Nordosten. Einige haben sich auf naturnahen Tourismus spezialisiert. Es gibt mehrere Wanderwege in diesen Gebieten.
Im Sommer finden Powwows statt, kulturelle und spirituelle Feste, die von traditionellen Tänzen geprägt sind. Bei den meisten Veranstaltungen sind Gäste willkommen, solange sie sich an die Etikette halten und sich respektvoll verhalten. Wir waren dafür leider zu spät im Jahr auf der Insel. Die Powwows finden vor allem zwischen Juni und September statt.