Niagara Falls
- Kirsten
- October 10, 2025
- stadt
Natürlich ist es eine Touristenfalle, aber man muss da einfach vorbeifahren. Wir haben nicht viele Erwartungen, außer dass es vermutlich viele Touristen und einen großen Wasserfall gibt.
Niagara at the Lake
Bevor es zu den Wasserfällen geht, machen wir noch einen Abstecher nach Niagara-on-the-Lake. Der See hier ist der Lake Ontario. Hier mündet der Niagara River, der die USA und Kanada trennt. Theoretisch könnte man einfach rüberschwimmen. Wir parken etwas südlich des Städtchens und laufen zu Fuß am Fluss entlang. Am Fort George vorbei kommen wir zum See und zum Fort Mississauga. In der Einkaufsstraße gibt es viele Cafés und Restaurants, die gut besucht sind. Wir machen aber lieber ein Picknick im Park. Das ist ein entspannter Stopp, bevor es weiter zu den Niagara-Fällen geht. Zwischen den beiden Orten liegen nur ca. 20 Kilometer.
Niagara Falls
Auf dem Weg nach Süden kommen wir an der Floral Clock vorbei und machen einen Zwischenstopp. Ein gutes Bild von der Blumenuhr zu bekommen ist fast unmöglich, da ein Touristenbus nach dem anderen hier hält. Das gibt uns schon mal einen Vorgeschmack darauf, was in der Stadt los sein wird. In der Nähe des Zentrums gibt es viele Parkplätze, die von jungen Männern laut pfeifend und armfuchtelnd beworben werden. Eigentlich sind das Parkplätze, um die ich einen großen Bogen machen würde, aber es gibt nicht viele Optionen hier. Also hoffen wir, dass wir für die 20 CAD tatsächlich nicht abgeschleppt werden. Wir holen die Fahrräder raus und schauen erst mal beim Wasserfall vorbei. Dank des Lärms und der aufgestäubten Wasserfontäne ist er sehr leicht zu finden. Tatsächlich sind es zwei, wobei der hufeisenförmige und größere das beliebtere Fotomotiv ist. Hier fahren auch die Touristenboote ganz nah an den Wasserfall heran und duschen die Touristen. Entsprechend viele Leute laufen in diesen dünnen Regenponchos durch die Gegend. Ein Stück flussabwärts gibt es den Whirlpool, eine 90°-Flussbiegung, die durch die Strömung einen Pool gebildet hat. Man kann hier entweder mit der Seilbahn über den Fluss schweben oder ziemlich viele Stufen hinabsteigen und unten am Wasser in der Sonne sitzen und angeln. Schwimmen sollte man hier nicht – dafür ist die Strömung viel zu turbulent, und man will auch nicht von den Schnellbooten erwischt werden, mit denen an sich hierher fahren lassen kann. Wir entspannen etwas und versuchen, einen der Lachse zu fotografieren, die hier immer wieder aus dem Wasser springen. Am großen Wasserfall wird das wohl nichts mehr.
Als es dunkel wird, essen wir im Camper zu Abend und sind etwas verblüfft, wie voll der Parkplatz ist, als wir wieder rauskommen. Niagara Falls wird wohl erst nach Sonnenuntergang richtig wach. Also auf ins Getümmel. Im Vergnügungsviertel ist es taghell, bunt und laut. Man kann Kart fahren oder zwischen lebensgroßen Dinosauriern Minigolf spielen. Es gibt auch Spielhallen, ein Wachsfigurenkabinett und ein Haus, das auf dem Kopf steht. Man kann sich also einfach von den Farben und der Stimmung berauschen lassen. Die Wasserfälle können da locker mithalten. Nachts ist zwar weniger Wasser drin – irgendwo muss ja die Energie für die ganzen Lichter herkommen –, dafür leuchten sie jetzt in bunten Farben. Es gibt verschiedene Themen: Neben Rot und Weiß gibt es auch die Variante mit Blau dazu oder, mein Favorit, den Regenbogen. Wir wussten, dass die Wasserfälle nachts bunt angestrahlt werden. Was wir erst dann herausgefunden haben, ist dass es im Sommer jeden Abend um 22 Uhr ein Feuerwerk gibt. Die Stunde Wartezeit überbrücken wir in einer der Spielhallen – da ist es trocken und warm. Die Promenade ist zum Feuerwerk gerammelt voll und es ist wirklich schön. Wir schlendern wieder zurück zum Parkplatz. Aus den Kasinos, Restaurants und Konzerten strömen Menschen, die sich auf den Weg nach Hause machen.
Am nächsten Morgen ist der Parkplatz fast ausgestorben. Nach der Reizüberflutung suchen wir das Weite und frühstücken auf dem Parkplatz eines Parks etwas außerhalb vom Trubel. Ein Spaziergang in der Natur – und dann stoßen wir doch wieder auf ein Superlativ. Die nach eigenen Angaben größte Hüpfburg der Welt, gesäumt von riesigen Quietscheenten. Abgesehen vom Wummern der bestimmt einem Dutzend Generatoren, die alles aufrechterhalten, ein grandioser Anblick. Warum hört man eigentlich irgendwann auf, in Hüpfburgen zu gehen? Zumindest bei dieser kann es nicht am mangelnden Platz liegen.