BioSphere

Montreal

Quebec City war der Auftakt zur Großstadttour in Kanada. Die Region südlich entlang des St. Lawrence Stroms zum Lake Ontario beherbergt 5 der 10 größten Metropolregionen Kanadas: Toronto, Montreal, Ottawa-Gatineau, Québec City, Hamilton und Kitchener – Cambridge – Waterloo. Dort leben ungefähr 38% aller Kanadier. Von Quebec City aus fahren wir über die Landstraße 138 nach Süden Richtung Montreal. Bei Trois-Rivières überqueren wir den Fluss und machen noch einen Abstecher nach Drummondville.

Drummondville

Wir wollten nochmal eine Runde mit den Fahrrädern fahren. Entlang des Rivière Saint-François ist ein Fahrradweg eingezeichnet und ein Wanderparkplatz kann als Übernachtungsplatz dienen. Im Parc du Sanctuaire - Saint-Majorique laden wir die Fahrräder aus und fahren in Richtung Drummondville. Vermutlich wäre die andere Richtung besser gewesen. Einige Baustellen zwingen uns doch wieder auf der Straße zu fahren und machen alles unübersichtlich. Trotzdem gibt es noch erstaunlich viele Schlaglöcher. Am nächsten Morgen machen wir noch einen Spaziergang durch den Wald, bevor wir nach Montreal aufbrechen. Der ist wirklich schön und als Übernachtungsplatz eignet sich der Wanderparkplatz hervorragend.

Drummondville

Der T3

Ein weinroter VW T3 mit Westfalia Hubdach und Kennzeichen aus Quebec. Auch wenn der T3 in Kanada noch erstaunlich häufig herumfährt, fiel uns dieser auf Neufundland doch auf. Nachdem wir uns das dritte Mal getroffen hatten, haben wir zugesagt, dass wir Fred und seinen T3 in Montreal besuchen kommen.

T3

Parken in Montreal

Montreal ist nochmal eine ganze Ecke größer als Quebec. Es gibt auch keinen so schön gelegenen Parkplatz, auf dem man übernachten darf. So müssen wir in Montreal am Straßenrand parken und uns möglichst unauffällig verhalten. Wir sind froh, dass der Panda “nur” 6 Meter lang ist und relativ unauffällig daherkommt. Uns kommt zugute, dass Wochenende ist. Da kommt zumindest nicht die Müllabfuhr und das Parken in der Innenstadt ist kostenlos. Insgesamt sind wir vier Nächte in der Region Montreal. Die erste und letzte Nacht parken wir ein paar Querstraßen vom Fluss entfernt in Longueuil. Das hat den Vorteil, dass man bei der Fahrt nach und von Montreal den dichtesten Verkehr meiden kann. Wenn man dann am Wochenende früh morgens oder spät abends rüber nach Montreal fährt, umgeht man das schlimmste Verkehrschaos. Für die beiden anderen Nächte haben wir nach einigem Suchen Glück und finden einen Platz in einer Wohnstraße.

Parken

City Tour

Wir machen mal wieder eine klassische Sightseeing Tour, zu Fuß und mit der Metro. Wir haben zwei Tage für Montreal eingeplant.

Tag 1: ParkRun, Markt und ein Parkplatz

Wir starten früh in den Tag und fahren morgens, bevor das Verkehrschaos ausbricht, über den Fluss rein nach Montreal. Es gibt in Montreal den Frederic-Back ParkRun. Der Park ist eine ehemalige Müllhalde, die in einen Park umgewandelt wird. Sieht schon ganz gut aus, die Weiterentwicklung hängt davon ab, wer gerade im Rathaus sitzt. Das Tolle an diesem ParkRun ist, dass er einen Rundkurs hat. Es ist heute viel los. Morgen ist der Montreal Marathon und viele nutzen den ParkRun, um vorher nochmal lockere 5 km zu machen. Tickets für den Marathon gibt es natürlich keine mehr. Ich drehe noch eine zweite Runde, weil es so schön war.

ParkRun

Nach dem Duschen und einem zweiten Frühstück wollen wir auf den Jean-Talon Market. Auf diesem riesigen Wochenmarkt gibt es alles von Gemüse über Blumen, Brot, Fleisch, Honig und auch ganze Gerichte. Einige Händler kommen nur am Wochenende zu den überdachten Marktständen, andere haben kleine Geschäfte, die den Platz einrahmen. Wir schlendern durch die Reihen und kaufen ein bisschen Obst und Gemüse für die nächsten Tage. Am Nachmittag wird es Zeit, einen Parkplatz für die Nacht zu finden. Wir fahren in die Gegend zwischen dem Mont Royal und dem Park La Fontaine. Von hier aus kommen wir in die Innenstadt, eine Metro Station ist auch nicht weit und der Marathon führt direkt am Park vorbei. Nach einigem Suchen manövriert Simon den 6 m langen Panda in eine 6,5 m Parklücke, die zwischen zwei Abschnitten mit Anwohnerparken frei ist.
Wir packen ein Picknick und machen uns auf, die Innenstadt zu erkunden.
Durch den La Fontaine geht es Richtung Fluss. Dort kann man wunderbar an der Promenade entlang flanieren. Vom Clock Tower am Quai de l’Horloge aus kann man rüber auf das ehemalige Expo-Gelände schauen und sieht noch die riesige Kuppel zwischen den Bäumen hervorschauen. Es ist ein warmer Spätsommerabend, die Promenade ist voll mit Menschen, man kann in den Klettergarten gehen oder sich an den Foodtrucks Pommes holen.
Am Jacques-Cartier Pier kommen uns plötzlich lauter Cowboys und -girls entgegen. Mit denen hatten wir erst in Texas gerechnet. Es findet dieses Wochenende ein Squaredance Festival statt. Anders als in Texas ist hier aber zumindest niemand bewaffnet. Wir lassen uns durch den Abend treiben, vorbei an der Notre-Dame Basilica of Montreal nach Downtown und weiter ins Quartier des Spectacles. Hier ist noch richtig was los. Einige Straßen sind für den Autoverkehr gesperrt und man kann sich Basketbälle oder Tischtennisschläger ausleihen. Einige der Fassaden der Hochhäuser sind bunt beleuchtet oder gleich mit LED-Leinwänden versehen. Wir kommen irgendwann wieder am Panda an und versuchen, möglichst unauffällig in ihm zu verschwinden.

Night

Tag 2: Anfeuern beim Marathon, Mont Royal und mit der Metro zum Expo-Gelände

Wir stehen mal wieder früh auf, kommen aber gerade noch rechtzeitig, um die ersten Halbmarathonis um die Ecke spurten zu sehen. Frühstück gibt es als Picknick an der Strecke. Ein lokaler Sportclub hat in der Nähe seine Base aufgebaut und wurde vom Veranstalter mit kostenlosen Krach-Mach-Merch versorgt. So bekommen wir ein Montreal Souvenir, das wir später noch öfter einsetzen werden. Irgendwann beschließen wir, weiterzuziehen. Die erste Siedlung dort, wo heute Montreal steht, hieß Ville-Marie. Irgendwann wurde sie umbenannt nach dem Berg, um den herum die Stadt heute liegt, dem Mont Royal. Dort geht es jetzt hinaus und wir merken schnell, dass das auch eine super Laufstrecke gewesen wäre. Man kann den Berg entweder in Serpentinen erklimmen oder an diversen Stellen die Abkürzung über die Treppen nehmen. Oben angekommen gibt es viel Platz zum Picknicken, einen Wald zum Spazierengehen und eine Cafeteria zum Einkehren. Vom Platz vor dem Gebäude hat man einen wunderbaren Blick runter auf Montreal.

MontReal

Unser nächstes Ziel ist das alte Expo-Gelände, wir wollen uns die BioSphere aus der Nähe ansehen. Am einfachsten gelangt man mit der Metro auf die Insel.
1967 fand in Montreal die Weltausstellung statt. Die Inseln im St. Lawrence Strom beherbergten Ausstellungen von 60 Nationen. Nach einer sehr erfolgreichen Expo standen die Pavillons noch ein paar Jahre als Man and His World Ausstellung offen. Heute sind nur noch wenige Bauwerke übrig. Das Habitat 67 wird immer noch als Wohnkomplex genutzt. Die Montreal BioSphere ist das Skelett des amerikanischen Pavillons, dessen Außenhaut 1976 von einem Feuer zerstört wurde. Die Pavillons von Quebec und Frankreich wurden verbunden und beherbergen heute ein Casino. Das Gelände ist mittlerweile ein Park und Naherholungsgebiet in verschiedenen Stadien der Renovierung. Von der Plattform der Statue Trois disques hat man einen tollen Blick auf den Hafen von Montreal. An dem Tag liegt dieser allerdings in dichtem Rauch.
Gestern auf dem Rückweg sind wir noch durch ein Viertel mit ganz viel Streetart. Da wollen wir nochmal bei Tageslicht hin. Wir setzen uns wieder in die Metro und fahren nach Plateau-Mont-Royal. Die Straßen sind auch hier für den Autoverkehr gesperrt und die Menschen flanieren durch die Straßen. Trinken Kaffee oder lauschen der Live-Musik. Wir setzen uns mit Kuchen auf eine der vielen Bänke, hören der Band zu und lesen noch ein wenig. Irgendwann schlendern wir zurück zum Camper. Wir haben für den Abend einen Tisch im La Selva reserviert.

Hafen

Essen gehen

Wir stehen wirklich mitten in der Stadt. Da wollen wir nicht durch intensives Kochen auffallen. Wir folgen also dem Restaurant-Tipp von Fred und gehen ins La Selva. Ein süßes kleines Restaurant mit leckerer mexikanischer Küche. Anscheinend ist Montreal aber auch ein HotSpot für Essensliebhaber. Wir kommen an mehreren Restaurants und Imbissbuden vorbei, an denen die Leute Schlange stehen, um reinzukommen oder auch nur etwas zum Mitnehmen zu bestellen.

LaSelva

Salaberry-de-Valleyfield

Wenn man schon in einer Stadt strandet, weil das Auto streikt, dann ist Salaberry-de-Valleyfield zumindest nicht die schlechteste Adresse.
Wir hatten den Ort angepeilt, weil es dort ein Schwimmbad gibt und es einige Stellplätze in der Stadt gibt. Kurz nachdem wir von der Autobahn runter sind, wird der Panda plötzlich zur Schnecke. 10 km/h, mehr geht nicht mehr. Mit Warnblinker retten wir uns zu einer Tankstelle. Der Panda bleibt erst mal bei der Tankstelle und wir klappern mit den Fahrrädern Autowerkstätten ab. Der Fordhändler kann uns schließlich einen Termin zwei Tage später anbieten. Gegenüber der Tankstelle gibt es einen Park. Wir stellen uns für die Nacht erst mal dort auf den Parkplatz, für das Stück lief er wieder gut. Die nächsten Tage verbringen wir mit Schwimmen, Einkaufen, Sightseeing und der Suche nach der besten Route zum Fordhändler. Die Kanäle vom “The Venice of Quebec” erinnern aber eher an niederländische Grachten als an Venedig. Unser Glück ist, dass Salaberry-de-Valleyfield ein gutes Radwegenetz hat, so kommen wir überall mit den Fahrrädern hin.
Am Ende werden es zwei Sessions in der Werkstatt. Das Problem mit der Leistung des Motors ist nicht reproduzierbar und wird vom immer noch kaputten Geschwindigkeitssensor überdeckt, und das Fenster auf der Fahrerseite lässt sich nicht zuverlässig rauf- und runterfahren. Wir lassen den ABS-Tonring auswechseln und wollen uns später selber um das Fenster kümmern. Nach drei Tagen verlassen wir Salaberry-de-Valleyfield in Richtung Ottawa.

Ford