Strecke

Rubicon Trail

Das Wetter ist ungewöhnlich warm für die Jahreszeit. In manch anderem Jahr liegen hier Ende März noch mehrere Meter Schnee und die Leute gehen zum Skifahren. Momentam sind nur noch die am höchsten gelegenen Skilifte in Betrieb und am See ist es schneefrei und hat in der Sonne angenehme 15°C. So entscheiden sich viele dieses Wochenende für einen Tag am See anstatt im Schnee. Das Problem ist nur, dass die meisten Sommerparkplätze am See geschlossen sind. Ein Parkchaos ist vorprogrammiert.

Rubicon Trail

Wir wollen den Rubicon Trail laufen. Da der südliche Trailhead im Statepark geschlossen ist, parken wir an den Eagle Falls. Wir haben Glück und können uns eine freiwerdende Parklücke sichern. Dieser Parkplatz liegt nur ein paar Meter vom Emerald Bay State Park entfernt, besser bekannt als Vikingsholm, ein großzügiges Haus am See. Bis auf ein paar skandinavische Details sieht es nicht wirklich nach Vikingern aus, vielleicht noch durch den imposanten Wasserfall hinter dem Haus und dadurch, dass die Felswände sich hoch über den See erheben.

Die Straße liegt hier ca. 100 Meter oberhalb des Sees. Auf dem Vikingsholm-Trail, einem geteerten Serpentinenweg, geht es erst mal hinab zum See. Dann folgen wir dem Rubicon-Trail, überwiegend schöne Single-Trails, die sich durch die steile Topographie am See schlängeln. Es geht nicht nur gemächlich am Seeufer entlang, sondern auch bergauf und bergab über kleine Flüsse, gesperrte Campingplätze und vorbei an Treppen. An den Anstiegen merken wir, dass wir auf 2000 Meter über dem Meeresspiegel sind, deutlich anstrengender als gewöhnlich. Die Läuferin, die uns an einem Anstieg spielend leicht überholt, ist anscheinend besser aklimatisiert. Nach 8 Kilometern biegen wir links auf den Lighthouse-Trail ab, um über den Parkplatz am Calawee Cove Beach eine kleine Schleife zu laufen, die uns zurück auf den Rubicon Trail bringt. Von hier geht es zurück zu Vikingsholm. Den Anstieg zum Parkplatz gehen wir dann zu Fuß. Es kommen uns unglaublich viele Menschen entgegen, die wohl ein Picknick am See machen wollen.
Am Ende stehen 17,4 km mit 517 hm in 2:10 Stunden auf der Uhr.

Wir schauen noch kurz beim Aussichtspunkt und am Wasserfall vorbei. Er führt wie zu erwarten sehr viel kaltes Wasser, hier erinnert es mich dann doch an Skandinavien. Mittlerweile ist das komplette Parkchaos ausgebrochen: überall parken Autos neben der Straße. Wir fahren zu einem Strand in South Tahoe, und unser Parkplatz wird direkt vom nächsten Auto in der Warteschlange übernommen.